Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 12 (12.1842)
- Date
- 1842-12-01
- Page
- Seite 379 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Züge ju< dem Orient. »7» sind für sie die größten Leckerbissen, und selbst von diesen fressen sie nur wenig. So geringe Bedürfnisse hat ihre Natur, daß ihre Ausdauer auf der Reise ohne Nahrung wie ohne Wasser wunderbar ist. Sie scheinen nie zu ermatten, sondern gehen gewöhnlich am Abend so rüstig als am Morgen. Das einzige, mir erinnerliche Beispiel vom Gegentheil, sah ich nach unserer langen Reise auf der Rückkehr nach Hebron, wo mein junges Kameel bei der Ankunft an dem Lagerplatze müde zu sein schien und sich ganz von selbst hinlegte, um seiner Last enthoben zu werden. Wenn sie einmal anfangen zu ermatten, so legen sie sich gewöhnlich gleich hin und sterben. So starben zwei Kameele von unserm Zuge zwischen Suez und Akaba, welche ein paar Stunden zuvor mit vollen Lasten gegangen waren. Auf unserer ganzen letzten Reise nach Wadi Musa nährten sich die Kameele nur von Sträuchern, und kosteten nie irgend ein Getreidefutter, obgleich sie einmal 36 Stunden lang unter ihrer Last blieben, und in all dieser Zeit nur eine Stunde weideten. Ihre wohlbekannte Sitte, sich auf die Brust niederzulegen, um ihre Bürden zu empfangen, ist nicht blos, wie oft angenommen wird, die Folge ihrer Abrichtung; es ist eine bewundernswürdige Angemessenheit ihrer Natur für ihre Bestimmung als Lastttäger. Denn das ist ihre natürliche Lage beim Ausruhen, wie es auch auS den Knorren an den Schenkelgelenken und den harten Theilen an der Brust hervorgeht, welche als Stütze und Unterlage der schweren Körperlast dienen. Kaum minder wunderbar ist die Angemessenheit ihrer breiten gepolsterten Füsse für den ttocknen Sand und Kiesboden, dessen Durchwatung hauptsächlich ihr Loos ist. Das Kameel ist in sehr vielen Rücksichten dem Schafe nicht unähnlich. ES ist ein dummes, furchtsames Thier,