Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 12 (12.1842)
- Date
- 1842-12-01
- Page
- Seite 365 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Sela. 365 einzigen Herrschers scheint errichtet worden z» sein. — Auch ist gar keine Nothwendigkeit zu der Voraussetzung vorhanden, daß diese Aushöhlungen zum Theil zu Wohnungen für die Einwohner des Orts bestimmt waren. Die weit verbreiteten Ruinen, welche man erblickt, bezeugen, wie wir gesehen haben, daß einst eine große und umfangreiche Stadt mit Häusern aus Stein erbaut, diesen Ort bedeckte; und die Grabmäler rings herum sind verhältnißmäßig nicht so zahlreich als die, welche in gleicher Weise die alte» Städte Memphis und Theben umgeben; die Stadt, welche hier stand, war an und für sich »in Felsenklüften» erbaut, ohne daß wir weiter nöthig haben uns nach einzelnen so gelegenen Wohnungen umzusehen. Dennoch dienten nicht alle diese Bauten, wie ich glaube, zu Begräbnissen; einige von den größrrn und prächtiger» waren wahrscheinlicher Göttertempel. Die Leichtigkeit und Schönheit, mit welcher die verzierten Fa« raden der Monumente in den Felsen konnten ausgehanen werden, mochte leicht den Gedanken eingeben, in gleicher Weise Heiligthümer für die Götter zu errichten; und solche ausgehöhlte Tempel waren auch in Aegypten nicht unbekannt. Darum mag für die schöne Khusneh die Stelle gerade gegenüber dem großen Eingang von Osten her ausgewählt worden sein; der Eharacter ihrer Front weiset entschieden auf einen Tempel hin. Zu derselben Klaffe gehören wahrscheinlich einige von den größern und ansehnlichern Aushöhlungen in dem östlichen Felsen, namentlich die eine, welche vorn mit gewölbten Grundmauern versehen ist und später als christliche Kirche benutzt wurde. Der Deir hat ähnliche Eigenthümlichkei, ten, und scheint auch einst eine Kirche gewesen zu sein. Nichts würde unter den Umständen natürlicher sein, als