Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 12 (12.1842)
- Date
- 1842-12-01
- Page
- Seite 364 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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364 Sela. so anzusehen seien, und daß sogar ein großer Theil der alten Stadt auS solchen Wohnungen »in Felsenklüften » (Irrem. 49, 16.) bestanden habe. Aber bei der aufmerksamsten Beobachtung konnten wir von einer solchen Bestimmung keine Spur bemerken. Die kleinern und »«verzierten Aushöhlungen sind ganz ähnlich den zahlreichen Gräbern um Jerusalem; und die einen weisen durch ihr AeußereS nicht mehr auf eine frühere Bestimmung zu Wohnungen hin als die andern. Die mit verzierten Facaden haben im Allgemeinen inwendig einen gleichen Charakter; viele von ihnen haben Nischen für die Tobten; und selbst die mit diesem entscheidenden Merkmal nicht versehenen bieten dennoch keine Spur davon dar, das sie anfangs zu Wohnungen haben dienen sollen. In einer später« Periode mögen sie allerdings dazu benutzt worden sein, gerade wie die Gräber in Theben und die in dem Dorfe Siloam jetzt in Wohnungen umgewandelt sind. Alle diese Gräber sind inwendig verhältnißmäßig klein, während die ausgehöhlten Grotten in der Gegend von Damask, welche allem Anschein nach ursprünglich zu Wohnungen bestimmt waren, sehr geräumig sind, indem sie sowohl den Einwohnern als auch ihren Heerden Obdach gewähren. In der Zierlichkeit ihrer äußern Ausschmückung liegt kein Grund zu der Voraussetzung, daß die meisten dieser Monumente etwaanderes als Gräber gewesen seien. Die Stätten der Tobten wurden in Aegypten und auch in Palästina mit hoher Verehrung betrachtet, und sogar noch mit größerer Pracht und Glanz als die Wohnungen der Lebenden ausgebaut. Dafür sprechen die Gräber der Könige, bei Jerusalem, und die noch prächtigern zu Theben in Aegypten, um nichts zu sagen von den mächtigen Pyramiden, deren jede als das Grabmal eines