Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 11 (11.1842)
- Date
- 1842-11-01
- Page
- Seite 348 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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348 Sela. sanften Colorits. Ich hatte verschiedene Kupferstiche davon gesehen und alle Beschreibungen davon gelesen; aber dieß war einer von den seltenen Fällen, wo die Wahr, heit der Anschauung die zuvor gefaßte Vorstellung über, traf. Es ist in der Thal etwas ganz unbeschreiblich Schönes; und nichts, waS ich von architektonischem Es, fect in Rom, Theben, oder selbst Athen gesehen hatte, kann damit hinsichtlich des ersten Eindrucks verglichen werden. Sie kann eine strenge Kritik in Beziehung auf ihre Architektur nicht vertragen; doch ist dieselbe wenigstens symmetrisch. Der durchbrochene Giebel und andere Zierrathen sind nicht alle von reinem Styl, und sähe man die Khusneh in einem andern Land oder ohne die hier umgebenden Beiwerke, so würde sie vielleicht wcniger Bewunderung erregen. Aber ihre Lage an dieser Stelle als Theil der hohen Masse farbigen Felsens, ge, genüber dem imposanten Eingang, ihr wunderbar gut erhaltener Zustand, die schöne Farbe des Steins, und die wilden Naturscenen ringsum, alles dieß ist einzig in seiner Art, und vereinigt sich, eine Reihe von Eindrücken - hervorzurufen, die sich der Seele völlig bemächtigen. Ich war ganz bezaubert von diesem herrlichen Werke al, ter Kunst an dieser Stelle, und der Gedanke daran schwebte mir den Tag hindurch und die ganze Nacht mächtig vor der Seele. Am andern Morgen kehrte ich zurück und betrachtete es wieder mit zunehmender Bewunderung. Da stand es wie es Jahrhunderte hindurch gestanden hatte, in Schönheit und Anmuth; die Generationen, welche cS vor Alters bewundert hatten, sind dahingeschwunden; der wilde Araber betrachtet eö, wenn er vorbei wandert, mit stumpfer Gleichgültigkeit; und ** nur allein der Fremdling der aus fernen Landen kommt, weiß es nach seinem wahren Werthc zu schätzen. Seine reichen