Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 11 (11.1842)
- Date
- 1842-11-01
- Page
- Seite 345 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sela. 845 eines zufälligen Beobachters kaum bemerklichen Spalte, die zum Thcil durch einen Felsvorsprung verborgen wird. Hier ist die Oeffnung der furchtbaren Kluft, welche in alter Zeit den einzigen Zugang zur Stadt an dieser Seite bildete. Dieß ist das Sik (die Schlucht) von Wadi Musa. Gin paar Schritte vom Eingang ist ein prächtiger Bogen hoch hinauf von einer Felswand nach der andern hinüber aufgeführt, mit Rischen, die in den Felsen, unter jedem Ende auSgehauen und mit Pfeilern verziert sind, wahrscheinlich zu Statuen bestimmt. Dieser Bogen war ohne Zweifel als Verzierung über dem Eintritt in diesen seltsamen Corridor erbaut; möglich, daß eS ein Triumphbogen gewesen ist. Gerade unterhalb dieser Stelle fanden wir durch Messung die Schlucht 12 Fuß breit. Dieß ist der engste Theil, wiewohl sie kaum irgendwo mehr als drei oder höchstens vier mal so breit ist. Die Felsen sind alle von röthlichem Sandstein, an beiden Seiten senkrecht, und ragen an einigen Stellen über den Gang hervor, so daß sie fast gar kein Licht von oben hcrablaffen. In andern Theilen sind sie allem Anschein nach durch Menschenhand 'weggehauen worden. In der That sieht die ganze ungeheuere Felsenmaffe so aus, als wäre sie ursprünglich durch irgend einer großen Natur-Erschütterung auseinander gerissen und so diese lange, enge, gekrümmte, prachtvolle Kluft entstanden. Die Höhe der Felsen beträgt anfangs 80—100 Fuß; des Boden hat einen raschen Abfall und die Seiten werden nach Westen zu immer höher; sie steigen von 150—200 oder vielleicht 250 Fuß. Ich zweifle daran, ob irgend ein Tbeil dieser oder der anstoßende Felsen zur Höhe von 300 Fuß ersteigt. Der klare Bach floß den ganzen Weg entlang, ein Dickicht von Oleandern bewässernd, dir in voller Blüthe