Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 10 (10.1842)
- Date
- 1842-10-01
- Page
- Seite 310 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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310 Da« Bislhum Jerusalem Das Fieber hat im Allgemeine» viele Personen, sowohl Fremde als Einheimische ergriffen, so daß ich alle Hände voll zu thun hatte. In mehrern Fällen ging das gallichte Fieber in ein kaltes über, was in diesem Klima sehr leicht geschieht. Für die Kranken ist damit eine große Abschwächung verbunden, welche wieder eine besondere Behandlung erfordert. Die Besorgnisse, welche ich längst hegte, es m-chtt die Wohnung des Bischofs ungesund sein, haben sich bei dieser Gelegenheit, wo das Fieber mit epidemischem Eharakter so viele Glieder der Familie ergriff, als. nur zu gegründet erwiesen. Das Haus stößt an einen ungeheueni Wasserbehälter oder Teich, welcher »der Teich Hiskia» heißt. In der Regenzeit füllt sich derselbe zum Theil! mit Wasser, während deS ganzen Sommers aber steht er trocken. Die brennenden Sonnenstrahlen entwickeln in den heißen Monaten aus den sumpfigen Wasserresten eine ungesunde Lust, welche Fieber hervorruft. Nach der andern Seite stößt das Haus an eine der gangbarsten Straßen der Stadt, in welcher zugleich der Markt für Obst und Gartenfrüchte gehalten wird. Deßhalb finden sich hier auch immer eine Menge Kameele ein, welche oft die ganze Sttaße versperren und die Nacht darin zubringen. Das Wohnen in dieser Sttaße ist daher nicht nur höchst unangenehm wegen der Unruhe und deS Getümmels , sondern auch ungesund, weil alle diese Ursachen zusammenwirken die Luft zu verpesten. Der Bischof war genöthigt, in diesem Hause sich einzumiethen, weil bei seiner Ankunft in ganz Jerusalem für ihn und seines«- milie keine geeignetere Wohnung zu finden war. Es ist aber sehr zu wünschen, daß bald möglich für ihn ein Gottesdienst« bei. und brachte bei dieser festlichen Gelegenheit Gott ihren Dank dar für ihre Wiederherstellung.