Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 10 (10.1842)
- Date
- 1842-10-01
- Page
- Seite 306 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Prophet Hadakuk. zo« «nd nachdem er an allen Altären und vor allen Heiligenbilder« der römischen Kirche vergebens nach de« wahren Heil gefragt hatte, tagte ihm der Morgen — der bald zum hellen Tage für fein ganzes Volk wurde — in dem rechten Verständnisse deS Wortes: Der Gerechte lebt feines Glaubens. ES wird auch gewiß für alle Zeiten dabei fein Verbleiben haben, daß den Selbstgerechten, den Eigensüchtigen, den Gottentfremdeteu, das Urtheil trifft: Seine Seele überhebt sich «nd ist nicht red. lich, während denen, die nach Gott fragen, auch auf der dunkelsten Bahn, die Verheißung und daS Ziel feststeht: Der Gerechte lebt feinet Glaubens. 2. Wenn aber schon Habakuk in diesem so eben angeführten AuSspruch« eine Wahrheit verkündigt hat, welche acht neutestamentlich und evangelisch ist, und welche — wie oben erwähnt — den ausgezeichnetsten Lehrern des neuen Bundes von dem Apostel Paulus bis auf Luther und die neueste Zeit zu« LoosungSworte des evangelischen Glaubens geworden ist, so finden wir doch bei ihm sonst keine ausdrückliche messianische Weissagung. Ein solcher messianischer Ausblick auf das kommende Reich GotteS wäre am Schluffe des zweiten oder dritten EapitelS zu erwarten gewesen, nachdem der Untergang der Ehaldäer angekündigt und der endliche Sieg deS Glaubens an den Gott JSraelS ausgesprochen worden; denn öfters gehen die Propheten in ihrem weissagenden Fernblicke von dem nähern Siege über die vorhandenen Feinde über, aus den letzten großen Triumph der Gemeine deS HSrrn in den Zeiten des MessiaS. Bei Habakuk ist dies aber nicht der Fall. Eben weil bei ihm die Eigenthümlichkeit statt findet, daß seine Weissagung sich um die Empfindung «nd Erfahrung seines eigenen Innern bewegt, beruhigt er sich mit der ihm gewordenen Belehrung ohne