Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 10 (10.1842)
- Date
- 1842-10-01
- Page
- Seite 299 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Prophet Kabakuk. rv» der kann Glück haben nach Gottes Zulassung, aber nur vorübergehend; er ist aufgeblasen und leer, und er besteht nicht im Gericht der Wege Gottes. Hingegen der Gerechte, wenn er auch nach GottcS Rath und ji» seiner Läuterung, durch Unglück hindurchgehen muß, so »lebt er doch seines Glaubens»; die Glut der Anfechtung scheidet nur die Schlacken, der innere, edle Kern geht nicht nur nicht unter, sondern tritt aus der Prüfung verherrlicht hervor. Diese Hauptgedanken, werden dann von dem Propheten weiter entwickelt und auf den ihm vorliegenden Fall angewendet. Der Chaldäer kann siegen, aber mit allen seinen Siegen bereitet er sich doch selbst seinen Untergang; Israel kann erliegen, aber im Erliegen schöpft er ne.»es Leben aus seinem Gott und steht vom scheinbaren Untergange mit Auferstehungskräften angethan, wieder auf. Die Wahrheit, die hier der Prophet ausspricht, hat sich auch durch den Lauf der Zeiten bestätigt. Das Reich der Chaldäer ist eben so schnell wieder untergegangen als es aufgestiegen war, und schon seit drei und zwanzig Jahrhunderten weiß kein Mensch mehr etwas von einer chaldäischen Macht. »Der stolze Mann bleibt nicht». Dieß galt von dem Chaldäer, dem Römer und allen den übermüthigen Weltunterdrückern, während daS Haus Israel als geschloffene Glaubrnsgcmeinde, unvergänglich und unzerstörbar, allen Wandel und Wechsel der Zeiten überdauert, darum, weil sein Glaube den einen Gott bekennt, der Himmel und Erde erschaffen hat. Die göttliche Belehrung über das unausbleibliche Gericht, das auf den übermüthigen Sünder warte, so wie über den endlichen Sieg des ausharrrnden Glaubens, schließt mit der Hinweisung auf die Götzen, dem der eine, und auf den allmächtigen Gott, dem der andere