Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 9 (9.1842)
- Date
- 1842-09-01
- Page
- Seite 285 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Stand der Dinge im Morgenland». 385 Libanon von der Pforte gehetzt, mißhandelt nnd getauscht werden, und der Bürgerkrieg mit seinen Schrecken noch überboten wird von dm Schandtaten der türkisch-alba« nesischen Milizen, — so lange ist die orientalische Frage noch eine schwebende, und es kann nicht fehlen, daß nicht früher oder später die ganze Thätigkeit der europäischen Diplomatie von derselben wieder in Anspruch genommen wird. Gott lenkt inzwischen dem längst verheißenen Ziele die Schicksale des Morgenlandes immer näher und die Begebenheiten entfalten sich unter seiner allwaltenden unsichtbaren Wirkung, wie sich die Blüthen und Blätter, y von geheimer Kraft gehoben, im Frühlinge entfalten. Und wie ohne menschliches Zuthun, nach innerm Gesetze, aus jeder Blume und jedem Keime die vorbestimmte Frucht hervorreift, so reifm auch die Weltereignisse nach den innern Gesetzen des Reiches Gottes, unabhängig von menschlichem Meinen, Drängen, Wollen, zu dem Ergebnisse, das durch Gottes unwandelbares Wort vorbrstimmt und festgesetzt ist. Aber der Mensch denkt. Ihm laufen die sichtbaren Fäden durch die Hand, aus denen die Geschichte der Menschheit sich webt. Er berechnet, beschließt, führt aus, und meint er habe es gethan, und er ahnt nicht, daß die eigentliche Lenkung hoch über ihm und allem seinem Wissen steht. In den orientalischen Angelegenheiten denken die Staatsmänner eigentlich nicht an das Reich Gottes und nicht an die Weissagungen der Knechte Gottes, der Propheten, und ihr Ziel ist ihnen nicht in dem Worte gegeben, daS über aller Zeit und Zeitgewalt, und doch dieselbe beherrschend, ruht. ES liegt vielmehr ihr Ziel in dem nähern und gebieterischen, materiellen und politischen Interesse der von ihnen vertrete«