Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 9 (9.1842)
- Date
- 1842-09-01
- Page
- Seite 284 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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384 Todtenfeier 6« Drusen. ihrer Religionsbücher vorsagte. Dann sprachen oder sangen die Frauen miteinander ganz kurze Ausrufe, die sie in einer Art klagender Melodie wiederholten, von welcher für Jemand, der es nicht gehört hat, durch Beschreibung kein dentlicher Begriff kann gegeben werden. Von diesen Ausrufen blieben mir folgende im Gedacht« niß: »O, Sohn meines Oheims! o, mein Bruder! o, mein Freund! o, Sohn meines Oheims! du bist fortgegangen! kehre zu uns zurück! es gehe dir nicht übel! o, mein Vater, mein Freund, mein Bruder, mein Jammer, kehre zurück! wir harren deiner; kehre zurück, Sohn meines Oheims! O, meine Augen, meine beiden Augen, kehre zurück! Deine Frau ist einsam! sie hat Trauerkleider angezogen! sie trügt das blaue Kleid! o, mein Freund, wir hatten Freude, jetzt haben wir Trauer! Warum bist du weggezogen? O, Sohn meines OheimS, mein Freund, meine beiden Augen-,! Stand der Dinge im Morgenlande. Der Mensch denkt, und Gott lenkt. Dieses alte, bekannte, tt'efsinnige und wahre Wort muß als paffender Sinnspruch über die immer noch schwebende orientalische Frage geschrieben werden. Zwar haben seit dem Juli 184t die europäischen Großmächte erklärt, daß die orientalische Frage erledigt sei. Das will aber nicht sagen, daß sie nun wirklich erledigt, d. h. beendigt und zu allseitiger Zufriedenheit ins Reine gebracht sei, sondern nur, daß man sie für einstweilen dafür ansehen wolle. Denn so lange das Schicksal Syrien- und namentlich daS des Libanon nicht auf festen, gedeihlichen Grundlagen basirt ist, so lange die Bevölkerungen des