Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 9 (9.1842)
- Date
- 1842-09-01
- Page
- Seite 283 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Todtenfeier der Drusen. »8» schneidendsten Tönen, zerschlugen sich die Brust und schn'een einige Minuten lang in einem Athem: »o, mein Bruder! o, mein Bruder! o, mein Bruder! o, mein Jammer! o, mein Jammer! mein Vater! ach,Gott!»u. s.w. Rach und nach wurde eS wieder stille, und man hörte in dem gewöhnlichen Gespräche, das nun begann, wieder von nichts als Piastern und Paras. Um Mittag wurde unter lautem Schluchzen und Schreien der Leich, nam vor dem Hause auf einige Bretter gelegt um gewaschen zu werden. Wer so etwas nie gesehen hat, kann sich keine Vorstellung machen von diesem widerlichen Aufttitte. Ein gemischter Haufe von Männern, Weibern und Kindern stand herum, heulten, schrieen und schlugen sich die Brust. Der abgemergelte Leichnam wurde mit rauhen Palmblättern und fast siedendheißem Wasser gescheuert, und wie er hin und her gewendtt wurde, schienen die offenen, tobten Augen rings die Gesellschaft anzustarren. Nachdem diese Waschung vollendet war, wurde die Leiche in weißes Leinen gewickelt und mit zusammengebundenen Händen und Füßen eine Zeit lang auf den Brettern liegen gelassen. Dann begann das Wehklagen wieder; sie umarmten den Leichnam und schrieen mit dem gesteigertsten Ausdruck deS Jammers: »O, mein Bruder! o, mein Bruder! o, mein Freund! o, mein Freund!» u. s. w. bis auf einmal ihrer zwei oder drei die Leiche faßten, auf eine Art von Bahre legten und ohne Sarg zur Beerdigung hinausttugen. Der lärmende Haufe lief der Leiche nach und wehklagte etwa zwei Stunden lang am Grabe, dann kamen sie zu dem Hause zurück und setzten da ihre Klage fort. Zuerst wiederholten die Männer in singendem Tone eine lange Litanei, welche ihnen ein alter Mann aus einem