Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 8 (8.1842)
- Date
- 1842-08-01
- Page
- Seite 255 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Die 'Reflorianer. 255 spitzen seitwärts noch einige hundert Fuß höher erhoben. Man betrachtet diese als die höchsten Punkte der ganzen Gebirgsgegend und man soll von ihnen aus an Hellen Tagen die Ebene von Mesopotamien sehen können. Jetzt waren sie von einem Wolkenkranze umzogen. Die Aussicht, die sich mir von einem minder hohen Punkte darbot/ zeigte, so weit das Auge reichte, eine Anhäufung, wild zerklüfteter Berge. Gewöhnlich, ist das Hinuntersteigen in diesen steilen Gebirgen mit mehr Gefahr und Schwierigkeit verbunden als das mühsamere Ansteigen; es war dieß besonders jetzt der Fall. Alle Maulthiere, mit Ausnahme dessen, das der Patriarch ritt, wurden zurückgeschickt ehe. das Heruntersteigen begann. Ich war genöthigt meine Schuhe mit den landesüblichen Haarsocken, in denen man sicherer auftritt, zu vertauschen, so ungerne ich eö auch that, da ich mich von früher her noch wohl erinnerte, was ich mit dieser Fußbekleidung als Bergwandcrer ausgestanden habe. Ich zog den Mantel auS, der mich gegen Wind und Nebel geschützt hatte, nahm einen Stab in die Hand und setzte mich bergab in Bewegung. Sorgfältig suchte ich in die schwachen Spuren einzutreten, die das Maulthier oder der Führer in dem harten Schnee hinterließ. An den schwierigsten Stellen wollte der Führer mir die Hand reichen, ich fürchtete aber er möchte ausgleiten und mich mit sich fortreißen; freilich habe ich nachher eingesehen, daß ich mich ihm mit aller Sicherheit hätte anvertrauen können. Eine Strecke weit konnte nicht daran gedacht werden, das Maulthier zu besteigen; nachher war ich froh als der Patriarch, der selber noch nicht reiten wollte, mir aufzusitzen erlaubte. Auch später noch bestand er darauf, daß ich den Sitz im Sattel behalten sollte, da er ein geübter Fußgänger ist, wäh-