Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 8 (8.1842)
- Date
- 1842-08-01
- Page
- Seite 254 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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2S4 Die Ne-orianer. langen, ganz frische Schaf« und Ziegenmilch, verwun« derten sich aber höchlich, daß ich die süße der säuern vorziehe. Ueberdieß tischten sie uns auf einen Vorrath von geronnener Milch, von welcher die Molken abgezogen waren, ferner Käse, der ohne gepreßt zu werden auf die gleiche Art bereitet war, und endlich auch einge« sottene Butter. In einer Hütte sah ich wie die Frauen Butter machen. Der Rahm wird nicht von der Milch gesondert, wie dieß überhaupt im Orient nicht Sitte ist; die Milch wird in ein zugenähtes Ziegenfell gegossen, drei Stäbe, in den Boden gesteckt, sind oben mit einander verbunden, und der Schlauch oder das gefüllte Fell wird nun innerhalb dieses einfachen Gestells an den Beinen aufgehängt und hin und her geschaukelt und geschüttelt bis die Butter sich ballt. Uebersteigen de» Gebirg«. Nachdem wir eine vergnügte Stunde mit unfern neuen Freunden verbracht, schieden wir unter gegenseitigen Segenswünschen und begannen in die Region des ewigen Schnees hinaufznsteigen. Mehr denn eine Stunde Wegs ging es auf diesem frostigen Elemente vorwärts. Der Schnee war sehr tief und so hart, daß der Huf der Maulthiere nur hie und da eine merkliche Spur eindrückte. Unfern der Höhe des Passes erblickte man eine kleine Kirche mitten im tiefen Schnee. Dieselbe kann höchstens ein oder zwei Monate im Jahre von den Hirten besucht werden, wenn sie ihren Sommeranfent« halt auf diesen Höhen machen; in andern Jahreszeiten dient sie vielleicht zum Schutze von Reisenden, die von der Rächt oder schlechtem Wetter übereilt werden. — Der Höhepunkt des Passes schien vor uns zurückzugehen, indem immer wieder neue Berge hervortraten; endlich war die letzte Höhe erreicht,, über welche sich die Fels«