Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 8 (8.1842)
- Date
- 1842-08-01
- Page
- Seite 253 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Oie Refiorianer. »LS Empfindung gestellte Frage, wie ich das Kind habe können verlassen und allein in dieses ferne Land zurückkommen, riß alle Wunden meines Herzens auf. Sie wußte nicht, wie tief ich empfinde und konnte noch weniger wissen, welches die Rücksichten seien, die vermögend waren mich zu diesem Opfer willig zu machen. Den 11. Juli verbrachte ich einen stillen Sonntag in dieser Abgeschiedenheit, wo himmelhohe Felswände mich von der ganzen übrigen Welt trennten und das melodische Geräusch der brausenden Bergwaffer mich in tiefe Betrachtungen wiegte. Den 12. Juli, nachdem wir bei guter Morgenzeit gefrühstückt, bestiegen wir unsere Maulthiere und ritten so steil bergan, daß die Höhe nur nach manchem Zikzak und öfterm Halt erreicht wurde. Oben fanden wir eine ansehnliche Zahl Nestorianer-Familien, welche hier unter Hütten wohnten und ihre Heerde» weideten. Der Patriarch und sein Bruder setzten sich an den Rand eines klaren Bächleins, das sein kühles Wasser ans dem ewi, gen Schnee bezog, während ich damit beschäftigt war, einigen Kranken Rath zu ertheilen. Es waren hauptsächlich chronische Uebel und Augenleiden, denn acute Krankheiten finden sich nicht an so gesund gelegenen Orten. Ich trat in einige der Hütten ein; sie bestehen aus niedrigen Wänden von trocken aufeinander gelegten Steinen, mit einem Dache von Zweigen, so daß sie wohl Schatten vor der Sonne, aber nicht hinlänglichen Schirm gewähren gegen das Unwetter. Die Leute leben auf die allrreinfachste Weise und fast alles was sie bedürfen liefern ihnen die Heerden. Unser Besuch machte ihnen übergroße Freude. Sie setzten dem Patriarchen und seinen Leuten rin reichliches Quantum Buttermilch und saure, geronnene Milch vor; mir reichten sie, auf mein Ver-