Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 8 (8.1842)
- Date
- 1842-08-01
- Page
- Seite 246 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Oie Neftorianer. 24« Die Nacht lagerten wir bei dem armenischen Dorfe Meirik, wo sich eine alte, aus Stein erbaute Kirche befindet, von ähnlicher Bauart wie jene zu Meh-Kellisa an der östlichen Quelle deS Euphrats; sie soll auch ungefähr so alt sein, nämlich bei 1500 Jahren. Den 1. Juli. Nach neunstündigem Ritte erreichten wir Van um vier Uhr Nachmittags. Ich verfügte mich sofort nach dem Palaste des Gouverneurs, der mich zuvorkommend empfing und mir meine Wohnung bei dem armenischen Bischof anwkes. Dieser hat eine schöne Reihe von Zimmern, einer Art Kloster, inne, unmittelbar an die Hauptkirche anstoßend. Der jetzige Gouverneur ist der vierte, der binnen Jahresfrist auf diesen Posten ist erhoben worden. Bei dem Bischöfe blieb ich bis am Morgen des 5. Juli. Er behandelte mich mit ungleich mehr Freundlichkeit als sein Vorgänger im vorigen Jahre, ein bigotter und engherziger Mann, von dem seine eigenen Glaubensgenossen sagten, ihm liege nicht so sehr die Heerde am Herzen als ihre Wolle. Der jetzige Bischof drückte mir seinen Wunsch aus, für das Aufkommen seines Volkes etwas leisten zu können, und ich unterließ nicht, ihm die Verantwortlichkeit seiner hohen Stellung in dieser Beziehung zu Gemüthe zu führen. Die lauten Stimmen von 40 bis 50 Buben, die in einem andern Theile des Gebäudes zur Schule waren, bewies mir, daß der Unterricht der Jugend wenigstens nicht ganz vernachlässigt werde. DaS ist aber die einzige Schule für eine Bevölkerung von 10,000 Armeniern in der Stadt und deren Vorstädten, und andern 40,000 in dem Gebiete von Van; denn so hoch wird die armenische Bevölkerung innerhalb des Umfangs einer Tagreise angeschlagen. Im Gespräche über ihre Aussichten auf die Zukunft sprach der Bischof, ohne daß ich Veranlassung dazu ge-