Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 8 (8.1842)
- Date
- 1842-08-01
- Page
- Seite 245 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Nestonaner. >45 nicht wieder Vorkommen möge. Als die Gefahr vorüber war, brachten meine Reisegefährten eben so laut und lebhaft Gott ihren Dank dar, als sie in der Roth seinen Schuh angerufen hatten. Aber sowohl von den Muhammedanern als den Namen-Chn'sten ist es vollkommen wahr, daß »dieß Bolk sich Gott nahtt mit seinen Lippen--, während — waS sie leider durch die That beweisen — --ihr Herz ferne ist von ihm--, und da sie kein wahres Derttanen des Herzens auf Gott besitzen, so fehlt ihnen auch aller ächte Muth und sie zeigen sich darum so feige in der Stunde der Gefahr. Ankunft in Dan. — Die Stadt. Den 30. Juni. In der Rächt wurden wir durch Regen belästigt. Ich spannte meinen Regenschirm über meinem Haupte aus, machte mir ein Kopfkissen aus den Satteltaschen und suchte durch hinlängliche Kleidungsstücke eine Abwehr mir zu verschaffen gegen den Regen. Wirklich schlief ich auch ganz gut bis gegen Tagesanbruch. Roch ehe es licht war befand sich unser Reisezug schon in voller Bewegung. Wir begegneten heute einem kleinen Trupp bewaffneter Kurden, sie waren aber nicht zahlreich genug um etwas gegen uns wagen zu können; wir kamen unversehrt vorbei und waren vor Abend außerhalb ihres Bereiches'. Vor zwei oder drei Jahren war auf dieser Straße eine Reisegesellschaft von 17 Personen, meistentheilS Armenier, die von Van zurückkehrten, verschwunden. Aller Nachforschungen ungeacht wurde nie mehr etwas von ihnen gehört und auch nicht die leiseste Spur wurde von ihnen oder ihren Mördern aufgefnnden. Solche Vorgänge gaben der ohnehin vorhandenen Gefahr einen noch viel schauerlichern Anstrich, wozu in diesem Jahre noch die Hungerönoth kam, welche die Verwegenheit der Leute steigerte.