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Das Morgenland · 1842-07-01 · 7 (7.1842) · p. Seite 221

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
5 (1842)
Issue
7 (7.1842)
Date
1842-07-01
Page
Seite 221 (sequence 29)
Language
German
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Ca« Reisen in der Wüste. rri mecls an Gleichmäßigkeit und an Dauer der Stunden dem täglichen Gang der Sonne gleicht, so gleicht er ihm auch an Stille; man hört keinen Schritt des vorsichtig anftretendcn Thiers. Dabei reitet man gewöhnlich, da« mit das Gepäck des einen Reisenden durch das Zusammenstößen mit dem dcS andern nicht, beschädigt werde, in langen Reihen, Einer vsN dem Andern so weit entfernt, daß man beim Sprechen gerne nur auf das Nöthigste sich beschränkt; so feiert man und wird man still mit der hier immer feiernden, stillen Natur. Diese Natur, da in der Wüste, macht allerdings auf die Seele einen ähnlichen Eindruck, als das Wandeln über einen großen Kirchhof, unter dessen Denksteinen viele sind von besonders ausgezeichneter Gestalt oder mit inhaltsreicher Aufschrift. So sehr nun auch ein Tobtenselb geeignet scheinen mag Empfindungen des Trauerns zu erwecken, so gibt es dennoch Seelen, für welche das Wandeln über die stillen Gräber und das Verweilen neben den gedankenvollen Inschriften einen größer» Reiz hat, alS das Wandeln durch die geräuschvollen Gaffen mancher volkreichen, gewerb- und lebenslustigen Stadt. Wird doch überdieß selbst der Körper — dieses wundervoll besaitete Instrument, auf welchem die Meisterin: die Seele, das vieltönige Spiel ihrer Gefühle, Lust wie Schmerz, Hoffnung wie Furcht, sich hervorruft— durch daS tägliche Leben in der Wüste so eigcnthümlich gestimmt, wie sonst nirgends. Die leibliche Natur eines Reisenden, welcher sich daS Ungewöhnliche nicht allzu theuer erkaufen will oder kann, ist wie die Gummi- Mimose der arabischen Sandfelder nur auf eine Ernäh-. zu können, während de« Marsche« jum Riederknieen nölhigt, erheben, al« wenn ihnen wunder wa« |u leib geschähe. rin Erbarmen erregende« Gebrüll. Anm. de« Drrf.

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