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Das Morgenland · 1842-07-01 · 7 (7.1842) · p. Seite 217

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Journal
Das Morgenland
Volume
5 (1842)
Issue
7 (7.1842)
Date
1842-07-01
Page
Seite 217 (sequence 25)
Language
German
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Sin Verirren in der Wüste. 217 zem geweidet hatten. Endlich war er kurz vor Mittag bei dem Gebirge Graibun, an dem wir gestern Mittag vorbeikamen, herausgetteten auf die Ebene; die Gegend wurde ihm jetzt auf einmal bekannt; ein Trupp von Kamecltteibern, welche Holz geladen hatten, begegnete ihm, und diese theilten mit ihm ihren kleinen Wasservorrath und erquickten ihn mit einigen Bissen Brodes. Diese Leute waren, ohne daß wir dieß wußten, in unserer Nähe in einem Nebenthale über Nacht geblieben, hatten »ns noch ausbrechen sehen, und machten ihm begreiflich, daß wir auf dem Wege nach Suez voraus feien. Etwa um zwei Uhr war er endlich an unsern gestrigen, so lang vergeblich gesuchten, nun aber verlassenen Lagerplatz gekommen, hatte da vergeblich herumgeforscht, ob wir nicht wenigstens eine Flasche Wasser und etwas Brod für ihn im Sande verborgen und den Ort wo beides zu finden, durch einige Zeilen angcdeu« tet hätten; leider aber war dieses von uns versäumt worden, und der verlassene Pilgrim hatte de» ganzen Weg unserer heutigen Tagreise ohne weitere Erquickung in etwa neun Stunden durchlaufen müssen; zuletzt wie ein Träumender, verloren in sonderbare Phantasieen, in denen cs ihm vorkam, als gehörten die wunden Füße, die ihn kaum noch trugen, nicht sein eigen, sondern wären von einem Freunde geliehen. Hatte ich in der vorhergehenden Nacht vor Sorge nicht schlafen könne», so ließ mich dagegen in der heutigen die Freude nicht dazu kommen. Ich meine, fast auf ähnliche Weise muß es einer Mutter zu Muthe sein, wenn jene Stunde, da sic Traurigkeit hatte, vorüber und nun jene gekommen ist, da sic der Angst nimmer gedenkt, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist.

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