Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 7 (7.1842)
- Date
- 1842-07-01
- Page
- Seite 212 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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212 r Der (Samum. stromes *) erreichten, welches durch dickstämmigcs Tamariskcn-Gesträuch vor dem Sturme ein wenig geschützt war. Im Anfang schien cs unmögliche ein Zelt aufzuschlagen; wir versteckten uns mit niedergebeugtem Körper hinter den Ufcrdamm des GicßbachS und seine dichten Gesträuche, und ließen die Sandwolke über uns hinstrcichen. Später wurden, mit der Anstrengung eines Ringers, der mit einem eben so starken ringt als er selber ist, die Stangen des Zelts aufgerichtet, und die Seile desselben, außer an den stark eingeschlagcnen Pflöcken, zugleich an den Stämmen der Tamarisken befestigt. Jetzt saßen wir auf dem Geräthe in dem Innern deS Zelts oder hinter dem Damm des Bachufcrs, hör, ten das Niederricseln des Sandes auf das Zelt und Gesträuch, und gaben uns jener angenehmen Empfindung hin, die den gesicherten Zuschauer bei jeder ungewöhnlichen, wenn auch in ihrem Kreise zerstörenden Naturerscheinung anwandelt. Doch war der feinere Sandstaub, welcher mit dem gröbcrn zugleich die Luft erfüllte, von so durchdringender Kraft, daß er sich in alle unsere verschlossenen Behältnisse für Kleider, Wäsche, für Speisen und Getränke, so wie durch die Kleider auf die Haut des Körpers hincinzog. Ich hatte mich im Zelt auf einige Augenblicke hingelcgt mit geschlossenen Augen, um zu ruhen; die sorgsame Hausfrau, da sie hereintrat und mein Gesicht in so gelblich grauer Färbung erblickte, erscbrack nicht wenig, denn sie meinte das Angesicht eines Tobten zu sehn. Der Reis, den wir, da sich endlich gegen Abend an ein Anznndcn des Feuers und an eine Zube- *) Ciii Winterstrom ist ein solcher, der nur im Winter d. h. in der Regenzeit fließt, in der trockenen Zahretzeit aber versiegt. Die «wischen dem Gestein de« Belte« zurückbleibente Feuchtigkeit ist Ursache, daß in solchen trockenen Wasserbetten etwa« Gesträuch emporkommt unk sich erhält.