Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 7 (7.1842)
- Date
- 1842-07-01
- Page
- Seite 211 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Samum. 911 dem Wasser sich gegen uns her bewegte. Das Licht der Sonne erneute noch immer auf einzelne Augenblicke den Kampf mit dem Rauchnebel des Thals, so etwa, als ob wir mitten in einem Brande der Natur an einer Stelle vorbeikämen, wo die gesteigerte Glut den Rußdampf verzehrte. Wir genossen einige Male noch eine Aussicht in die nächsten Engthäler des östlichen Gebirgs; unter andern kamen wir an einem vorüber, in welchem Palmen standen. Noch blieben unsere Kameele in geordnetem Schn'tt und die Beduinen sammelten ruhig einige am Boden wachsende, schöne Exemplare des Eynomorium, welche sie roh verzehrten. Jetzt aber bemerkte nicht blos das Auge, sondern auch der übrige Körper, daß der Nebel, der die Luft trübte, ein anderer als der gewöhnliche sei; der feine Sand, welcher anfangs nur die Kraft der Staubwolken unsers Vaterlands hatte, die der Sturmwind eines Hochgewitters empor wirbelt, mischte sich immer mehr mit gröber» Gesteintrümmern und abgerissenen Zweigen der dornigen Wüstengewächse und fiel nun so dicht und schwer auf uns, daß die Kameele mit lautem Gebrüll ihre Reihen verließen und ohne Ordnung vorwärts rannten. Gleich in den ersten Augenblicken, in denen der Sandsturm mit seinen gröber» Massen uns creilte, hatte die Sonne sich verhüllt, wie in einen härenen Sack; mit einer wahrhaft furchtbaren Schnelle wuchs jetzt das Dunkel, das unfern Pfad und seine Nachbarschaft bedeckte, zu solcher Rächtlichkeit, daß die Finsterniß der dichtesten Nebel unserer Spätherbst- und Wintertage in keinem Vergleich damit steht. Obgleich zu unserm Glück der Wind mit seinen Sandmaffen uns gerade im Rücken war, hielten wir es dennoch für ein noch größeres Glück, daß unsre Beduinen für unS und ihre Kameele bei guter Zeit das Bette eineS Winter»