Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 7 (7.1842)
- Date
- 1842-07-01
- Page
- Seite 200 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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300 Der Prophet Zephanja. zahlreich hervor, und namentlich Jeremia hatte eine» schweren Stand gegen diese Selbst-Propheten, die den, Volke nach seinem Wunsche weissagten, und die Stimme deS HErrn keineswegs in sich vernahmen, oder wenigstens das Vernommene eigenmächtig deuteten und fälschten. — Mit dem Verfall deS Prophetenthums ging aber der des Priesterstandes Hand in Hand. Die Priester verwalteten äußerlich ihr Amt und hielten an den Gebräuchen und Befugnissen ihrer Stellung, und das um so fester alö ihnen der reforma^orifche Eifer deS Königs entgegenkam und sie unterstützte, aber ihr Herz war deswegen nicht gebessert, und sie hielten mit ihrer prie« sterlichen Würde doch noch so Manches verträglich und das Gesetz und der Glaube wurde in ihrer Hand Mittel zum Zwecke für so viel unlöbliche Absichten, daß der wahre Prophet des HErrn sie alS »Entweiher des Heiligthums» und als »Frevler am Gesetze» strafen muß. Der allgemeine, besonders sittliche Volksznstand ist nach den einzelnen Andeutungen, die uns Zephanja gibt, ein solcher wie er unter den angegebenen politischen und kirchlichen Verhältnissen kaum anders sein konnte; nämlich Wohlstand, Hängen am Irdischen, fleischliche Sicherheit, Gewaltthätigkeit der Reichen und Mächtigen. Darum wendet sich Zephanja an »das Krämervolk, und alle, die mit Geld beladen sind», weissagt ihnen den »Raub ihrer Güter und Häuser», und daß »weder ihr Silber noch ihr Gold sie erretten möge am Tage des Zorns des HErrn». Dieses, an die er sich wendet, liegen dabei in stolzer Sicherheit »ans ihren Hefen und sprechen in ihren Herzen: der HErr wird weder Gutes noch Böses thun»! Die Vornehmen und Mächtigen aber werden geschildert als brüllende köwen, und die bestechlichen, gewaltthäti, gen Richter als Wölfe, deren Gier vom abendlichen