Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 7 (7.1842)
- Date
- 1842-07-01
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Prophet Zephanja. IS2 den einen Gott könne bestehen neben und mit dem Glauben an den andern; es handle sich da nur um zufällige, verschiedene Formen einer religiösen Grundidee. Ein weniges davow verschieden ist eine dritte Claffe (SB. 6.1, »die von dem HErrn abfalle»», aus religiöser Gleichgültigkeit; sie haben den Glauben der Väter aufgegeben und denken ohne alle positive Religion ihren Weg für sich fortzusetzen. An sie reiht sich endlich die Zahl derjeni. gen, »die nach dem HErrn nicht fragen, noch ihn suchen») Leute, welche sich weder öffentlich noch innerlich von dem Glauben losgesagt, aber nur keinen haben. Sie meinen vielleicht selber in der Religion fest begründet zu sein, aber ihr Herz hat sich noch nie zu Gott gewendet. — Das wenig erfreuliche Gemälde dieses lockern, losen Religionszustandes vollendet der Prophet durch die Schilderung des Uebels, das selbst bei denen eingeriffen, die doch von Gottes und Amtes wegen berufen gewesen, ihm zu steuern. Er sagt (Cap. 3, 4.): »Ihre Propheten sind leichtfertig und Verächter^ ihre Priester entweihen das Heiligthum, und deuten das Gesetz freventlich». Nachdem das Institut der Propheten im israelitischen Volke, namentlich seit Samuel, eine geraume Zeit bestanden hatte, ttug sich auch hier zu, was bei allen, auch den besten und heiligsten Einrichtungen geschieht, sobald sie durch Menschenhände gehen: es ist Befleckung, Entstellung, Ausartung unvermeidlich. Man sollte es freilich bei dem Prophetenstande am wenigsten erwarten und allerdings hat es auch lange gedauert, bis wir von falschen Propheten lesen, die den Namen des HErrn gebrauchten und seine Offenbarung vorgabc», während sie doch nur ihre eigenen Gedanken und Träume vorbrachten. In den letzten Zeiten aber des judaischen Reiches, d. h. unter Zephanja und Jeremia treten sic sehr