Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 6 (6.1842)
- Date
- 1842-06-01
- Page
- Seite 191 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Lin Berirrrn in ker Wüste 191 Die arme, von Angst und Gorgen gebeugte Hausfrau ließ mich nicht aus den Angen; sie fürchtete ich möchte mich auch verirren. Nach Mitternacht wurde da- Geschrei der Beduinen seltener; die ermüdeten Leute schliefen, nur Mohamed unterhielt noch das Feuer, und rief von Zeit zu Zeit in die Wüste hinaus, oder schoß eine Flinte ab; in den Zwischenzeiten der Stille hörte man das kreischende Geschrei der Eulen, welche um unser Zelt hernmflogen. Bald nach Mitternacht war auch der Mond untergegangen, der zum Trost für uns die ersten Stunden der Nacht rin wenig beleuchtet hatte. Endlich dämmerte der Morgen und zugleich breitete der Schlaf seinen alles verhüllenden Mantel über das äußere, wie über das innere Auge. Fast mit der Sonne zugleich erhüben auch wir uns wieder vom Lager. Wie stärkend und ermuthigend wirkt doch schon der bloße Anblick des Lichts auf das Gemüth rin. Wir konnten doch jetzt alles ruhig überlegen. Daß unser Freund ohne das Feuer zu sehen und das Schießen zu höre» an uns vorübergekommen und wieder rückwärts auf die Richtung gegen Kairo gerathen sein könne, das schien uns zwar fast unmöglich, indeß wurde dennoch für gut gefunden, daß unser Dragoman (Dollmetsch) und ein landeskundiger Beduine die rückwärts und seitwärts von unserm Ruheplatz gelegenen Gegenden auf zwei Dromedaren, die an schnellen Lauf gewöhnt sind, durchstreifen und durchforschen sollten; die Herren Erdel, Franz, Kielmeier und Keller in Begleitung mehrerer Beduinen übernahmen dSHegen die Untersuchnng der Nordost und Nordwest seitwärts vom Wege nach Suez gelegenen Nebenthäler und Hügel, denn in dieser Richtung hatte sich vr. Roth auunfern Augen verloren. Zuletzt brachen auch wir, etwas vor st Uhr mit unserm alten Scheikh