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Das Morgenland · 1842-06-01 · 6 (6.1842) · p. Seite 190

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Journal
Das Morgenland
Volume
5 (1842)
Issue
6 (6.1842)
Date
1842-06-01
Page
Seite 190 (sequence 30)
Language
German
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190 z«g» au« r«m Orient. Weg der Kameele gefunden, wie sollte er mit nüchternem Magen, ohne einen Tropfen Wasser oder einen Bissen Brod die weite Strecke bis zum nächsten bewokn« ten Orte zurücklegen? Bis nach Suez waren noch an« derthalb Tagreisen; zu dem nächsten jener Klöster, welche in der Wildniß des GebirgS am rothen Meere liegen, hatte er noch viel weiter. Und wenn auch hier in der Einöde von Räubern und Mördern nicht» zu fürchten war, so mußte man um so mehr wegen der wilden Thiere, namentlich wegen der Hyänen in Sorgen sein, welche die Höhlen und Klüften dieser Gebirge bewohnen. Denn obgleich ilnser Freund eine Doppelflinte bei sich trug, deren einer Lauf mit groben Posten geladen war, so mußte dennoch der geringe Vorrath von Pulver und Blei, den er mit sich genommen, bald verbraucht sein, und wenn der Schlaf den Einsamen, Ermüdeten ergriff, dann war er ohne Widerstand dem Anfall den Hyänen Preis gegeben. Nicht zu gedenke« der Gefahr, welche schon der Weg über ein von Klüften und Abgründen durchschnittenes Gebirge für sich allein dem nächtlichen Wanderer droht. — So warf sich in unfern Seelen eine Woge der Sorgen nach der andern auf; wir mußten still halten, wie ein Schiffbrüchiger auf dem Felsen, den er bei dunkler Nacht erfaßte, obgleich die Wellen einmal umS andere über seinem Haupte zusammenschlagen. In solcher innerer Roth ist eS wohl gut, wenn der Pilgrim jenen Stecken nnd Stab (Ps. 23, 4.) kennt und bei sich hat, der ihn zu trösten vermag : davertrauen auf den Hüter Israels, welcher nicht schläft noch schlummert. Der Glaubt an eine Hülfe, welche da waltet, wo Menschenhülfe aufhört, hatte uns in jener dunkeln Nacht als ttöstlicher Stern geschienen und war auch fernerhin un« feres Fußes Leuchte.

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