Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 5 (5.1842)
- Date
- 1842-05-01
- Page
- Seite 151 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Stand der Dinge im Morgenlande. jg| Die Ursache und die Veranlassung des Streiks schob eine Partei auf die andere. So viel scheint gewiß, daß unter den Maroniten römisch-katholischer und französischer Einfluß thätig war. Doch ist nicht unwahrscheinlich, daß türkische List über allem diesem schwebte und dazu half den inner« Krieg im Gebirge anznfacheN, denn nur auf diesem Wege war es möglich über diese sreiheitliebenden Bevölkerungen zur Herrschaft zu gelangen. Wenigstens hat das seitherige Benehmen der Pforte gezeigt, daß der lateinische Spruch: divide et impera *) — auch auf türkisch sei übersetzt worden. Jzzet, der neue Großwessier stellte sich, als wolle er auf die Drusen und Maroniten versöhnend einwirken, und schickte Anfangs Januar den Mustapha Pascha nach Syrien. Dieser trieb aber türkische Hinterlist, nahm auf verrätherische Weise den Emir al Kaffem gefangen, der an die Stelle drS bekannten, alte» Emir Beschir über den Libanon gesetzt war, und schickte ihn nach Konstantinopel. Nun begannen von Seite der christlichen Mächte, das heißt mit Ausnahme von Rußland Frankreich, die Gegenvorstellungen, welche seither immer dringender geworden sind, während seinerseits Jzzet die begonnene Rolle fortspielt, nämlich die Christen mit Worten, die nicht wahr sind, anfzuhalten, und in der Zwischenzeit auf dem Libanon diejenigen Maaßregeln zu ergreifen, die ihm gut dünken. Omer Pascha, ein Renegat, d. h. ein von der christlichen Religion zum Islam Abgefallener, der eben deswegen der treueste Diener der Türken und der bitterste Feind der Christen geworden ist, wurde von Jzzet zum Militär-Gouverneur des Libanon eingesetzt. Bisher hat- *) Zrrthrile und beiwinge.