Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 5 (5.1842)
- Date
- 1842-05-01
- Page
- Seite 150 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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150 Stand der Dinge im Morgenland«. hängend und beruhen mehr auf Gerüchten als officiellen Angaben. Noch verhüllter sind die Ursachen, die Jntrigen, die Triebfedern des unseligen Kampfes. Wir wollen das erwiesen Wahre, das Haupt- und Thatsächliche zusammenstellr», und das Ungewisse liegen lassen, oder nur andeutend berühren. Rach der Vertreibung Ibrahim Pascha's aus Syrien (Spätherbst 1840) fiel dieses Land dem Namen nach an die Pforte zurück; der Libanon aber hatte keine Neigung sich der That nach ihr zu unterwerfen. Theils war er ihr nie eigentlich unterworfen, theils glaubten die Bevölkerungen dieses Gebirgs, sie hätten gemeinschaftlich mit Engländern und Oesterreichern hie Freiheit ihrer Berge vom Joch Ibrahims nicht dazu errungen um sich sofort unter daS Joch der Pforte zu beugen. Im August des verflossenen Jahrs, (Jahrg. 1841, S. 256) sagten wir, »die Festsetzung des künftigen Schicksals von Syrien wird zwischen der Pfyrte und den Mächten einen bittern Zankapfel bilde» . . . Die Franzosen suchen eine Partei unter den Maroniten des Libanon zu gewinnen. Im Lande selbst herrscht Anarchie und allgemeine Unsicherheit». Bald nachher kam eS zu blutigen Raufereien zwischen den Drusen und Maroniten. *) In einer durch Monate sich hinziehendcn Reihe von kleinen Kämpfen und gräulichen, örtlichen Verheerungen, hatten im Ganzen die Drusen'die Oberhand. •) Ueber da«, äußerlich zum Islam sich bekennende, kriegerische Sebirgsvolt der Drusen sehe man Jahrg. 1838, ©. 84 ff. — Don dem alten Ehristenvolk der Maroniten haben wir gesprochen Jahrg. 1840, ®. ff. Dieselben haben sich seit einer Reihe von Jahrhunderten an die römische Kirche anqeschloffeo, so jedoch, daß ihnen gestatte» ist, die Messe in syrischer Sprache ,u lesen und da« Abendmahl unter beiden Gestalten ju genießen. Auch sind ihre Priester verheirathet.