Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 5 (5.1842)
- Date
- 1842-05-01
- Page
- Seite 146 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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146 Orr fluijug der Israeliten. unmittelbare Aufhebung der Naturgesetze, sondern als eine wunderbare Anwendung dieser Gesetze um den nöthigen Erfolg hervor zu bringen. Es wurde durch natürliche Mittel, die auf eine übernatürliche Art angewandt wurden, bewirkt. Deshalb sind wir hiebei nur berechtigt auf die natürlichen Wirkungen, die durch eine solche Ursache entstehen, zu blicken. Der etwaS unbestimmte Ausdruck im Hebräischen: »ein Ostwind», kann jeden Wind, der von der östlichen Seite herkommt, bedeuten, und würde den Nordostwind, der in dieser Gegend oft herrscht, mit einschließen. Nun lehrt ein einfacher Blick auf eine gute Karte des Meerbusens, daß ein starker Nordostwind, der hier auf die Ebbe wirkt, nothwendig den Erfolg haben muß, daß er das Wasser aus dem kleinen Meeresarm, der sich bei Suez vorbei hinaufzieht, so wie von dem Ende des Meerbusens selbst hinausdrängt, wodurch die Untiefen trocken gelegt werden, während der nördlichere Theil des Arms, der früher breiter.und tiefer war, als er jetzt ist, noch mit Wasser bedeckt bleiben würde. So mußte das Wasser getheilt sein und eine Mauer (oder Schutzwe^r) den Israeliten zur Rechten und zur Linken ausmachen. Ein Blick auf die Karte wird es ebenfalls deutlich zeigen, daß ein Nordostwind in keinem andern Theile des ganzen Meerbusens auf solche Weise das Hinauötreiben des Wassers bewirken könnte. AuS diesem Grunde würde daher die Hypothese eineS Durchzugs durch das rothe Meer dem Wady Tawarik gegenüber unhaltbar sei«. Der andere Hauptpunkt bezieht sich auf den Zeitraum, in welchem der Durchzug geschah. Es war Nacht; denn der HErr ließ daS Meer hinwegfahren die ganze Nacht, und als der Morgen anbrach, war eS schon in seiner ganzen Stärke wiedergekehrt, denn die