Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 4 (4.1842)
- Date
- 1842-04-01
- Page
- Seite 126 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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IS« Stand der Ving» im Morgenland». I. Ehe wir von den Rüstungen der Pforte spreche«, mag vorher beiläufig bemerkt werden, daß der Sultan selber auch leiblich etwas rüstiger ist. Man vernahm von dem noch nicht zwanzigjährigen Jünglinge Rachrichten, welche nur kurje LcbenShoffnungen gewährten, in» deß, scheint es, hat der ärztliche Rath bei ihm gutes Gehör und heilsame Wirkung gefunden, denn nach Versicherung von Augenzeugen hatte der Sultan in neuester Zeit wieder an jugendlicher Frische und Stärke gewonnen. Ein gleiches Gefühl neu erlangter Kraft, oder auch nur der Wunsch den Schein davon offen zu legen, ergriff seine ganze Regierung, und im Herbste des verflossenen JahreS wurden bedeutende Streitkräfte aus Kleinasien nach Konstantinopel herübergezogen, daselbst geordnet, geübt, und als schlagfertige Armeekorps der griechischen Gränze immer näher geschoben. Die Kriegsmaaßregeln wurde» immer energischer genommen und man wußte nicht, ob die Pforte einen gewaltigen Streich angriffsweise auf Griechenland führen, oder ob sie sich nur vor einer besorgten großen Gefahr, vor dem Ausbruch eines allgemeinen AufstandeS ihrer christlichen Unterthanen auf europäischem Boden schützen wolle. Auf Anfragen, was diese Rüstungen bedeute« sollten , antwortete die Pfortenregierung ausweichend, »sie ziehe die Truppen auS Asien, weil dort keine Gefahr drohe; sie übe und vermehre dieselben, um kräftiger und respektabler dazustehen, auch müsse sie in ihren europäischen Provinzen vor Aufständen auf der Hut sein» u. f. w. Bald aber zeigte die Pforte offenbar die Lust, angriffsweise gegen Griechenland z« Werke z« gehen; sie zählte gegen die Regierung in Athen eine Reihe von Beschwerden auf, an der Zahl sieben, von denen aber nur der erste Punkt