Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 5 (1842)
- Issue
- 3 (3.1842)
- Date
- 1842-03-01
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Di« nelioriaoischen Ehriftrn. -7 In der Versammlung herrschte tiefe Stille und eia würdiges Betragen. Ohne Geräusch und Unordnung wurde die Kirche verlassen. Beim Hinausgehen erhielt ein Jeder ein kleines Gebäcke, bestehend aus einer dünneu Lage zusammengerollte» Brodteigs, welche einen Bissen Fleisch umschloß. Es ist dieseeine Erinnerung an die Liebesmahle der alten Christen, im ersten und zweiten Jahrhundert. Einige *) begaben sich in das Hauö des Kirchenaufsehers, wo sie rin reichlicheres aber einfaches Mahl einnahmen, und sich bald darauf nach Hause begaben oder Freunde besuchten. Der Sonntag wurde überhaupt mit mehr Würde be, gangen, als bei den andern Christen im Morgenlande. Es herrschte allgemeine Stille in dem Dorfe, wie man sie in christlichen, gebildeten Ländern nur selten antrifft. Mau hörte keine lärmende Lustbarkeit und sah Niemand mit Arbeit beschäftigt. Der gesellige Verkehr unter den Leuten war gerade ungefähr so, wie an den Sabbathen der alten jüdischen Kirche. In früher» Zeiten sollen sie über der Heilighaltnng des Sonntags so strenge gehalten haben, daß Leute, die an diesem Tage reisten, mit dem Tode bestraft wurden. Am Abend versammelte sich wieder ein guter Theil der Bevölkerung in der Kirche zum Gottesdienste. Auch an den Wochentagen finden in der Kirche tägliche Mor« gm- und Abendgebete statt. Im Widerspruch jedoch mit dem, wäS ich sonst überall im Oriente sah, sprechen auch Viele ihre Gebete an den Werktagen zu Hause, ohne sich nach der Kirche zu begeben. Zu diesem Zwecke sieht man in ihrm Wohnungen kleine, hölzerne Kreuze aufgehängt, die sie vor dem Gebete küssen. Sie betrach« - *) Wahrscheinlich solche, di« entfernt wohnten.