Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Berg Sinai. 388 der Ebene Rahah (Wady er-Rahah), und hatte zunächst die Felswäüde des jetzt sogenannten Horeb vor sich und vernahm von diesen schauerlichen Höhen herunter die Worte des Gesetzes. Es hätte also die bisherige allgemeine Annahme, daß der Djrbel Musa der Sinai sei, insoweit Recht, als diese Spitze der Gipfel des biblischen Sinai wäre; und wenn gesagt wird, daS Gesetz sei vom "Sinai" gegeben worden, so ist dieses dahin zu verstehen, daß die majestätische Verkündung desselben von der Nordseite des Sinai, dem jetzt sogenannten Horeb, als einer mächtigen Fclsenkanzrl herab scheint erfolgt zu sein. Das Gehäge, welches um den Berg gezogen wurde, lief vielleicht von der Mündung des Ledjathales bis zu der deS Thales Shueib. Möglicherweise war aber auch diese Abgränzung *1 rund um den ganzen Berg gezogen in der Ausdehnung der Linie, die wir oben als den Umfang des eigentlichen Sinai bczeichneten. Haben wir nun den biblischen Sinai gefunden und - die Ocrtlichkciten seiner ewig denkwürdigen Begebenheiten bestimmt, so ist noch ein Wort zu sagen über den Horeb. — Wir haben bereits gezeigt, daß die Stelle deS Sinai, wo er nördlich nach der Ebene Rahah steil abfällt, heutzutage Horeb genannt wird, und daß sowohl nach der muhammedanischen Tradition als nach der localen Evidenz hier der Ört ist, von wo das Ge, setz Gottes über die untenstehenden Tausende des Volkes unter Donner und Blitz verkündet wurde. Diese Stellv, als zum Ganzen des Sinai gehörig, trägt aber in der Bibel keinen besondern Namen, sondern wird dem Berge gleich benannt, von dem sie nur den nördlichen Absturz *) Der hebräische Ausdruck bejeichnet nicht ein eigentliche« Gehäge, sondern nur eine Gränze, welche durch einen kleinen Graben, oder durch aufgestellte Steine konnte angedeutet sein.