Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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374 Der Berg Sinai. weiß nicht, wann mich je eine stärkere Bewegung durch, zuckt hat, als da wir zum ersten Male über die Ebene zogen, und während die dunkeln Felswände des Horeb in schauerlicher Einsamkeit vor unsern Blicken ausstiegen, die Ueberzeugung über mich kam, wie vollkommen der ganze Schauplatz sich sür die Zwecke eignete, für welche der große Gesetzgeber Israels ihn wählte. Mose ist ohne Zweifel während der vierzig Jahre, die er die Schafe Jethro's hütete, oft über diese Berge gewandert, und war mit den TKälern und tiefen Gründen eben so gut bekannt als die jetzigen Araber. Auf jeden Fall hatte er den Ort besucht, wohin er sein Volk führen sollte,— dieses Adytum mitten in dem großen Kreise der Granitumgebung mit einem einzigen nicht beschwerlichen Zugange versehen, ein geheimer, heiliger Ort, von der Welt durch einsame öde Gebirge abgeschlossen. Die Israeliten nahten sich dem Berge Sinai wahrscheinlich durch den Wady Feiran, und traten durch das obere Ende des Wady esh-Sheikh in die Ebene. Wenigstens gibt es keinen begreiflichen Grund, warum sie südlich vom Berge Serbal gegangen sein, und den schwieriger« Umweg bei Tur und durch den Wady Hibran gemacht haben sollten, wie man oft gemeint hat. Von der Wüste Sin, für die ich die große Ebene längs dem Ufer angenommen habe, bis zum Sinai werden drei Stationen genannt, Dophkah, AluS und Raphidim. Dieß gilt so viel als vier Tagreisen sür ein solches Heer, und stimmt ganz mit der Entfernung von 26 bis 28 Stnnden überein, in welcher Zeit die Kameele sie gewöhnlich znrücklegen. Die Benennungen Horeb und Sinai werden in den . Büchern Mose abwechselnd gebraucht, um den Berg zu bezeichnen, auf welchem das Gesetz gegeben wurde, und