Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Berg Sinai. 315 dieser Umstand hat de» Auslegern von jeher viele Mühe gemacht. Die gewöhnlichste und nahe liegende Erklärung ist, den einen (Sinai) als den allgemeinen Nanien für die ganze Gruppe, uud den andern (Horeb) als Bezeichnung eines besondern Berges anzusehen; ziemlich eben so wie von den heutigen Christen dieselben Namen gebraucht werden. So brauchen auch jetzt die Araber die Benennung Djebel et»Tur, um die ganze innere Granitgegend zu bezeichnen, während die einzelnen Berge aus denen sie besteht, Djebel Katherin, Djebel Musa u. s. w. heißen. Indem ich darüber während unsers Aufenthalts im Klo, strr Untersuchungen anstellte, kam ich zu einem ähnlichen Schluß, doch mit einer andern Anwendung der Namen, indem ich den Horeb als den allgemeinen, und Sinai als den besondern Namen ansehe. Zwei Umstände scheinen diesen Schluß zu begünstigen. Der eine ist, daß vor und während des Zugs der Israeliten aus Aegypten nach der Stelle, wo das Gesetz gegeben worden, diese Stelle nur Horeb genannt wird, gerade ebenso wie die Araber jetzt von der Reise von Kairo nach Djebel et- Tur sprechen; jedoch während des Aufenthalts der Hebräer vor dem Berge dieser, mit einer einzigenLhrsnahme, nur als Sinai bezeichnet, und nach ihrer Abreise wieder ausschließlich Horeb genannt wird. Der andere und hauptsächlichste Umstand ist, daß, während die Israeliten sich in Raphidim gelagert hatten, Mose den Befehl erhielt, mit den Aeltrsten vor dem Volke her zu gehen und "den Fels in Horeb» zu schlagen, um Wasser für das Lager zu bekommen. Die nothwendige Schlußfolge hieraus ist, daß ein Theil des Horeb nahe bei Raphidim lag, während der Sinai noch eine Tagrrise davon entfernt war. 2 Mose 17, 1. 5. 6. und 19, 1. 2.