Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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366 Oer Berg Sinai. (Am folgenden Tage, Montag den 26. März, machten sich die Reisenden auf den Weg, den Gipfel des Sinai oder Djebel Musa (Berg MoseS), wie ihn die Araber nennen, zu besteigen). Um 10 Uhr — erzählt Robinson — erreichten wir den Gipfel des Djebel Musa. Dieser besteht aus einer kleinen Fläche von Ungeheuern Felsen, etliche achtzig Fuß im Durchmesser, die gegen Osten zu am höchsten ist. Hier steht eine kleine fast verfallene Kapelle; gegen Südwest, etwa 40 Fuß davon, liegt eine kleine verfallene Moschee. Der Gipfel und auch die ganze Masse von diesem Theile des Berges besteht aus grobem grauem Granit. Weiter unten ist die Farbe des Granits röthlich, so daß — namentlich vom Thale el-Ledja anS — der Berg von ferne zweifarbig aussieht. Die Höhe dieser Spitze über dem Meere beträgt nach Rüppells Beobachtung 7035 Pariser Fuß. *) Mein erstes und vorherrschendes Gefühl auf diesem Gipfel war daS der Täuschung. Obgleich wir von unserer Untersuchung der Ebene er«Rahah und deren Urbereinstimmung mit der Erzählung der Bibel zu der Ueberzeugung im Allgemeinen gekommen waren, daß das Volk Israel da versammelt gewesen sein mußte, um das Gesetz zu empfangen, so hegten wir doch noch die entfernte Hoffnung, daß zuletzt noch ein Grund für die lange Reihe klösterlicher Ueberliefernngen vorhanden sein möchte, die wenigstens fünfzehn Jahrhunderte hindurch den Gipfel des Djebel Musa, auf welchem wir standen, als den Ort bezeichnet haben, wo die zehn Gebote auf eine so eindringliche Weise verkündigt worden. Aber der Bericht der Bibel und klösterliche Ueberliefernngen sind Rach Schubert «79«», nach Rußegger 7097 Pariser Fuß.