Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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Der Berg Sinai. »68 an diesen Gängen. Sie sind klein, schlecht und ohne alle Bequemlichkeit, blos mit einer Matte und einer wollenen Decke versehen, die auf einem etwaerhöhten Thcile des Fußbodens als Bett anSgrbreitet sind, und vielleicht einem hölzernen Stuhl, aber keinrm Tisch. Werk» stätten oder vielmehr Arbeitsplätze unter freiem Himmel bemerkten wir an mehrern Orten, mit Werkzeugen, kunst« los und älter als die Arme, die sie jetzt handhaben. *) Sie gebrauchen Handmühlen, aber sie haben auch eine große Mühle, die von einem Esel getrieben wird. — DaS Zimmer für den Erzbischoff — wenn er znm Be» suche kommt — ist größer und schöner als die übrigen, da es einmal ziemlich gut möblirt gewesen ist. In die» sein Zimmer bewahrt man eine schöne Handschrift der vier Evangelien auf, die auf Belin in zwei Colnmnen mit goldenen Buchstaben geschrieben sind. Die Gestalt der Buchstaben stimmt mit denen in den Alerandrinischen Handschriften überein. Man sagt, dieses Mannscript sei dem Kloster von einem Kaiser TheodosiuS geschenkt worden, vielleicht dem dritten dieses Namens im achten Jahrhundert. Man zeigte uns auch ein Eremplar deS griechischen Psalters, das auf zwölf Seiten Duodez von einem Frauenzimmer geschrieben ist. Die Handschrift ist niedlich, aber man braucht ein Vergrößerungsglas, um sie zu lesen. Die Bibliothek ist auf einer andern Seite, in einem Zimmer mit Fensterläden, die ebenso wie die Thür sehr selten aufgemacht werden. Die gedruckten Bücher sind meistentheilS griechisch und sehr alt. Die Bibliothek ist *) Schubert nennt un« die Werkstätten de« Schmied«, Zimmermann«, Tischler«, Böttiger«, Schustert und Schneider«. (Reisen II. 331).