Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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35« Der Berg Sinai. oder vielmehr schon im Verblühen. Es gibt auch Birnen, Feigen, Granatäpfel, Quitten, Maulbeeren, Oliven und viele Weinstöcke, außer mehrern andern Bäumen und Sträuchern in großer Mannigfaltigkeit. Das Obst, daS hier gewonnen lvird, soll ausgezeichnet sein. Die Araber stehen jetzt recht gut mit den Mönchen, und plündern ihre Gärten nicht, aber die anhaltende Dürre hat sie weniger einträglich gemacht. Dieser Garten, obgleich unter der unmittelbaren Aufsicht der Mönche, wird nicht ordentlich gehalten, und hat nichts zur Verschönerung; auch ist er nicht gut bewässert, dennoch ist er ein Kleinod in der Wüste. Als wir im Garten auf- und abgingen, begegnete uns Scheikh Hasejn^ der frühere Führer Laborde's und anderer Reisenden, der jetzt Hauptscheikh seines Stäm, mes ist und i»i Geschäften nach dem Kloster gekommen war. Er ist ein-chübscher, verständiger Mann von Mittlern Jahren, und genießt großes Ansehen und Einfluß bei seinen Landsleuten und im Kloster. Wir erfuhren bei dieser Gelegenheit, daß die Araber jetzt nicht mehr wie früher ganz vom Kloster und seinem Gebiete ausgeschlossen sind, sondern die Scheikhs und sonstigen Vornehmen werden ungehindert im Garten zugelaffen, wo oft Geschäfte mit ihnen abgemacht werden, zuweilen auch ins Kloster selbst. Eine Anzahl der Leibeigenen wohnt ebenfalls innerhalb der Gartenmauern. Aber die gewohnliche Art der Unterhaltung mit den gemeinen Ara, bern ist von der hohen Thür herab, oder durch ein kleines Loch in der Mauer etwas weiter unten. Am Nachmittage gingen wir aus durch den Garten, um die Ebene, über die wir gestern gekommeu waren, noch genauer zu untersuchen. Indem wir unS auf den höchsten Punkt der Ebene oder der Wasserscheide stellten