Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 12 (12.1841)
- Date
- 1841-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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r Der Berg Sinai. 355 hen, indem er selbst uns den Weg durch einen dunkeln und zum Theil unterirdischen Gang unter der nördlichen Mauer des Klosters zeigte. Dieser wird mit einer eisernen Thür verschlossen, die jedoch jetzt den ganzen Tag offen bleibt zum freien Aus- und Eingang der Bewohner und der Fremden. Der Garten liegt wie das Kloster unten am Abhange des westlichen Berges, und bildet mehrere Terrassen, die mit Obstbäumen bepflanzt sind. An der südöstlichen Ecke, nahe an dem hohen Eingänge des Klosters ist die Mauer inwendig mit einer Stiege versehen, und einer Leiter, die nach außen zu kann herabgelassen werden, wodurch der Eingang in den Garten und in das Kloster gebildet wird. So werden Damen hineingebracht, wenn sie etwa als Reisende in diese einsame Gegend sich verirren sollten. ES gibt noch einen andern ähnlichen Eingang durch ein kleines Gebäude an dem nordwestlichen Theil der Mauer, der leichter und häufiger benutzt wird, indem die Mauer hier sich etwas neigt, und mit Hülfe eineS Taues kann bestiegen werden. Jetzt werden diese Eingänge den Tag über für alle Ankommenden offen gelassen, Abends aber fest verschlossen. Der Garten litt jetzt von der Dürre, aber er sah doch herrlich grün aus im Gegensatz gegen die schaurige Oede überall umher. Außer den hohen dunkeln Cypresscn, die man schon von ferne sieht, enthält er meist Obstbäume; wenig Gemüse wird jetzt darin gebaut. Die große Anzahl und Mannigfaltigkeit der Obstbäume ist überraschend, und gibt Leugniß von dem schönen und lebensfrischen Klima, vor, ausgesetzt, daß es hinreichend Wasser gibt. Die Man« delbäume sind sehr groß, und hatten schon längst abgeblübt. Die Aprikosenbäume sind auch sehr groß, und waren wie die Apfelbäume gerade in voller Blüthe,