Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 11 (11.1841)
- Date
- 1841-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Herodes der Gro-e. M« Namen Antipater. Aus politischen Gründen hatte er alS König diese Gattin verstoßen und Mariamne geehlicht. Aber DoriS lebte noch und ihr Sohn Autipater auch. Herodes kam nun auf den Gedanken, diesen Antipater an den Hof zu rufen. Er wollte durch ihn ein Gegen« gewicht bilden und den Söhnen der Mariamne zeigen, daß er nicht an sie gebunden sei, sondern allenfalls ein Anderer als sie das Reich erben könne. Erwägt man die schon bekannte Gesinnung der Beiden, Aristobul und Alexander, so ist leicht abzusehen, daß sie durch eine solche Maaßregel ihres Vaters konnten erbittert, aber nicht geschmeidig gemacht werden. Hiezu kam aber noch die arglistige Denkungsart des Antipater. Ihm lag vor allem daran, seine beiden Stiefbrüder zu Grunde zu rich« ten und sich bei dem Vater in alleinige Gunst zu setzen. Die Söhne der Mariamne fühlten sich beleidigt durch die Anwesenheit eines Sohnes von einer geringcrn Mutter, und hielten in keiner Weise an sich. Antipater verleitete sie mit boshafter Pfiffigkeit zu unüberlegten Schritten und machte dann den Angeber bei dem Vater, indem er sich aber den Schein gab, als komme er nur aus herzlicher Liebe um für seine fehlbaren Brüder ein gutes Wort einzulegen. Der listige Herodes wurde von seinem bösen Sohne überlistet. Er schenkte sein Zutrauen und seine väterliche Liebe diesem Antipater, und schickte ihn nach Rom zu dem Kaiser, um ihn diesem vorzustellen und ihn seiner Gewogenheit zu empfehlen. Aber auch auS der Entfernung setzte der Bösewicht auf schriftlichem Wege seine Intrigen fort, wozu er in der nächsten Nähe des Herodes Helfershelfer genug fand. Endlich waren die Kabalen Antipater's so weit gediehen, daß Herodes den Entschluß faßteseine beiden Söhne bei Augustus zu verklagen. Er reiste mit ihnen