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Das Morgenland · 1841-11-01 · 11 (11.1841) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
4 (1841)
Issue
11 (11.1841)
Date
1841-11-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Hervde« der Große. 327 nach Italien, und stellte fie dem Kaiser vor. Augustus, dessen Auge nicht geblendet war und der außerhalb des Zauberkreises von Sünde und Arglist stand, in welchen HerodeS selber gebannt war, — Augustus erkannte, nachdem er den Vater und die Söhne angehört, daß hier keine Verbrechen vorlägen, sondern ein höllisches Gewebe boshafter Ränke und Verläumdungen, und trug daher auf eine Versöhnung an zwischen Herodes und den beiden Angeklagten. Es gelang ihm dieses um so besser, alS für den Augenblick die Betheiligten fämmtlich aus dem bösen Kreise hinausgerückt waren, der sie in Jerusalem am Hofe umgab und irre leitete. Augustus ermahnte die Söhne, ihrem Vater keinen Anlaß zu Klage zu ge, ben, sich weise zu betragen, und es fand nun eine rührende Versöhnung statt. Herodes legte ein ansehnliches Geld, geschenk dem Kaiser zu Füßen, und erhielt dafür die Gestattung, über die Thronfolge frei verfügen zu können, entweder einen Sohn, welchen er wolle, zum Erben ein« zusetzen, oder das Reich unter mehrere zu theilen. Alles war nun, wie es schien, im Reinen, und, nach Judäa zurückgekehrt, beschäftigte sich Herodes wieder mit dem Aufbau von Städten, Theatern, Bädern. Aber Antipater ruhte nicht, und er mit der übrigen Umgebung des Herodes machten diesen Hof zu einem Schauplatz der Bosheit und Verwirrung, wie eS wohl wenige Beispiele gibt. Ein großes Netz von Verläum« dung und schadenfroher Ränkesucht umschlang die ganze unglückselige Könkgsfamilie, sammt dem übrigen Anhänge von Höflingen und Höflingsgesinde. Der alternde, gereizte, argwöhnische König inmitten dieser Umttiebe, der nicht mehr wußte, was er glauben oder was er für Lüge halten sollte, wendete daS Mittel der Folter aufS grausamste an, um von den Dienern Aussagen zu er-

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