Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 9 (9.1841)
- Date
- 1841-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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*70 Cd* Buch -»noch. befinden. Nicht sowohl als ob etwa umgekehrt der Verfasser des Buches Henoch aus dem Briefe Juda die Stelle entlehnt und abgeschrieben hätte — denn es liegen hinlänglich sichere Anzeigen vor, daß jenes Buch um etwas älter ist, als die Epistel des Juda, — sondern es kann das Citat des Apostels und die Stelle des BucheS aus einer gemeinsamen Quelle geflossen sein. Wir sind zu dieser Annahme darum geneigt, weil es denn doch in der That sehr unwahrscheinlich ist, daß der Apostel ein apokryphisches Buch citirt habe, das zu seiner Zeit noch so ganz jung war. Ein anderes würde es sein, wenn es sich um eine Schrift handelte, die bereits seit einigen Jahrhunderten ein, wenn auch nur apokryphisches, Ansehen genossen hätte. Außerdem aber, daß das Buch in den Tagen Juda'S nur erst seit wenigen Jahrzehnten konnte bekannt und verbreitet sein, müssen wir noch an seinen abgeschmackten, fabelhaften Inhalt erinnern, und es auch aus diesem Grunde für höchst unwahrscheinlich halten, daß der Apostel durch Anführung desselben auch nur den Schein würde haben auf sich nehmen wollen, als, ob er diese- Machwerk billige oder gar für Lcht halte. In der Annahme, daß Juda aus einer alten Quelle geschöpft habe, welche von dem Verfasser des apokryphischen BucheS ebenfalls benutzt worden, bestärkt unS noch die Ansicht des Hauptinhaltes desselben. Die fragliche Stelle findet sich nämlich, wie oben schon bemerkt, unmittelbar nach einem ersten einleitenden Eapitel, und sie selber bildet das zweite. Es steht daher dieser kurze, auch von Juda angeführte Abschnitt, am Anfänge des Buches und gibt daS Thema an, das in demselben be« handelt werden soll. Denn wenn man den ganzen verworrenen Inhalt der apokryphischen Schrift auseinander wickelt, so ergibt sich als einziger vernünftiger Gedanke,