Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 9 (9.1841)
- Date
- 1841-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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r Da« Buch Henoch. »«9 UM alledas Harte, das die than, und begangen haben gegottlosen Sünder wider ihn gen ihn. geredet haben. Man sieht, diese Stelle ist in der äthiopischen Fassung etwas gedrängter, dagegen bei Juda ttägt sie noch genauer den Charakter des Hebräischen, das wohl als Grundtert zu denken ist, aber an der Identität beider Stellen ist nicht zu zweifeln. Hat nun Juda dieses Buch Henoch, vielleicht in seinem hebräischen oder auch chaldäischen Urtexte vor Augen gehabt, und ist die von ihm angeführte Weissagung Henochs, als abgeschrieben zu betrachten auS dem genannten Buche? Manche haben diese Frage mit Ja beantwortet. Zwar fühlten sie wohl, es liege etwas anstößiges darin, daß der Apostel ein so fabelhaftes, handgreiflich unächtes Buch, wie dieses, ohne weitere Bemerkung anführe, und zu seiner Beweisführung benutze. Indessen läßt sich darauf erwiedern, waS schon der Kirchenvater Hieronymus bemerkt hat: durch sein Citat gebe der Apostel kein Zeug« niß ab für die Aechthekt des Buches; er führe es, insoferne es seinem Zwecke diene, nur an, wie auch der Apostel Paulus heidnische Dichter an mehrern Orten benutzt habe, ohne daß er deswegen diese Männer für göttlich begeistert habe ansehen wollen. Man könnte noch beifügen, die Leser, an welche Juda sich wendet, haben einem Beweise eher Gehör gegeben, der aus einem Buche genommen war, das bei ihnen in hohem Ansehen stand; Juda bekämpfte sie also mit ihren eigenen Waffen, wie PauluS (Tit. 1, 12.) die Kretenser, wenn er die Worte »ihres eigenen Propheten» gegen sie kehrt. Indessen ist es doch noch nicht ausgemacht, daß Juda dieses Buch citirt habe, darum weil die Worte, die er als Weissagung Henochs anführt, sich auch in demselben