Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 9 (9.1841)
- Date
- 1841-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4872516-5427212-5427310--1532-4873996- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Da« Buch -«noch m Werke. — Wir werden diese Weissagung/ ihr Verhält« niß zu dem später vorhandenen Buche Henvch, und die Quelle aus welcher Juda sie geschöpft habe, weiter un« ten besprechen. Hier muß es genügen sie genannt zu haben. Durch die Anführung eines weissagenden Wor« tes von Henvch zeigt uns der Apostel, in welchem Anse» hen Henvch in damaliger Zeit bei Juden und Judenchri« steil stand, doch fügt auch er dem wenigen was uns die älteste Urkunde über den Patriarchen berichtet hat, nichts Neues hinzu, und es beschränkt sich also alles, waS wir biblisches über Henvch wissen und besitzen, im Grunde auf die wenigen aber inhaltreichen Züge, welche wir oben aus dem ersten Buche Mose angeführt haben. II. Ausführlicher ist dagegen die Sage, welche in ihrer übertriebenen und abentheuerlichen Ausschmückung uns einen mpthenhaften, apokryphischen Henvch ausstellt, den wir ein wenig kennen lernen müssen, weil zunächst auf ihn das Buch zurückgeht, von dem wir im nächsten Abschnitte reden. Wie die Kunde von der Sündfluth sich unter alle Völker verbreitet hat und wir auf dem ganzen Erdenrunde in den mannigfaltigsten Gestalten überall in den Sagen der alten Volksstämme den Spuren dieses außerordentlichen Ereignisses begegnen, so ist auch eine Nachricht von dem heiligen Gottesmanne, der vor dieser Fluth lebte, übergegangen in die Ueberlieferung und Sage des Alterthums, und hat sich dort in übertriebener, fabelhaft ausgeschmückter Gestaltung durch die Jahrhunderte hindurch erhalten. Die Sage bewährt auch hier wieder ihren eigenthümlichen Charakter, durch den sie sich von dem unterscheidet, was aus dem Ge« biete der reinen Offenbarung ansfließt. Diese letztre