Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 8 (8.1841)
- Date
- 1841-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Euphrat. 353 schütteten. Oberhalb Telek mußte das Floß nochmals auseinandergenommen werden; eS war nicht daran zu denken, durch die Wasserfälle und die Brandung dort durchzukommen. Bei Stockfinsterniß landeten wir zu Telek, wo wir die Nacht blieben, und uns nothdürfttg ttockneten. Wir hatten an diesem Tage in sechs Stunden eine Strecke zurückgelegt, zu welcher ich nachmals vierundzwanzig über Land gebrauchte. Mit mir waren ein Ingenieur-Oberst, Mehmet-Effendi, und sein Begleiter; diese erklärten mir, daß sie sich nicht berufen fühlten, mich ferner noch zu begleiten, sie hätten genug; wogegen ich nichts einzuwenden hatte. Außer einem Aga des Paschas hatte ich vier Kelektschi oder Ruderer bei mir, und nahm noch einen fünften aus dem Dorfe als Piloten (Wegweiser) mit. Als ich mich aber am andern Morgen früh einschiffen wollte, erklärte mir der Aga ebenfalls, daß er sich die Ehre der Weiterreise verbitte. Da machte ich nun keine Umstände und bat ihn, Platz zu nehmen, wenn er nicht gebunden nach Malatia zurückgeschickt werden wolle. Er erklärte mir, zu Lande wolle er mit mir durchs Feuer gehen, aber das Wasser sei nicht seine Sache; als er indessen sah, daß nichts anderzu machen sei, bequemte er sich. Es wäre mir aber bald leid geworden, ihn gezwungen zu haben; kaum stießen wir vom Ufer so ging eS pfeilschnell davon; ich glaube kaum, daß wir 10 oder 15 Minuten brauchten, um eine Stunde Wegs zurückzulegen, — qber wie? der Euphrat, welcher oberhalb 250 Schritt breit ist, verengt sich zu 100, zu 80 und weniger Schritten; die ganze gewaltige Waffermaffe stürzt nun durch diesen Trichter und über Felöblöcke steil binab, wodurch so gewaltige Strudel und Wellen entstehen, daß an einigen Stellen Wassergarbcn von 5 Fuß Höhe sich senkrecht empor rich«