Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 8 (8.1841)
- Date
- 1841-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Euphrat. »S trn, während zu beiden Seiten die Fluth schnell und als ob sie siedete dahin schießt; die Wogen schlugen buch» stäblich auf unsere Köpfe m'rder, und das Floß war zuweilen ganz und gar unter Wasser. Aber die Hammelhäute arbeiteten sich beständig wieder empor, und die Gefahr war nur, bei dem steilen Auf- und Absteigen der hohen kurzen Wellen, kopfunter zu überschlagen. An ein Rudern war gar nicht zu denken; zwei der Kelektschi fielen über Bord, sie waren aber mit Stricken fcstgebunden; unter der übrigen Mannschaft herrschte die größte Bestürzung, und das Kelek ging wobl eine Drittel Wegstunde dahin wie es wollte, bis eS in einen Strudel seitwärts gcn'eth, der unö ein Dutzend Mal um und um drehte, uns aber doch wieder zur Besinnung kommen ließ. Die Ruder wurden nun mit aller Anstrengung gebraucht, aber es schien eine Zeitlang zweifelhaft, ob wir daS Ufer erreichen, oder, von dem Sttome gefaßt, einem neuen Wasserfall zugeführt werden würden. Die Stangen, aus welchen daS Floß gefügt ist, sind einen halben bis zwei Zoll dick; es waren davon drei mitten durch gebrochen, vier der Schläuche geplatzt, zwei davon geschwom, men; indeß näherten wir uns glücklicherweise dem Ufer. Der Aga, um sich der gefährlichen Lage zu entziehen, machte mit augenscheinlichster Lebensgefahr einen Satz, wie Wilhelm Tell, auS dem schwankenden Fahrzeuge auf eine Felsklippe, dort fiel er nieder, wendete sich nach der Kaaba, *) erhob die Hände zum Gebet und gelobte ein Lamm alS Dankopfer zu schlachten. Ich hatte bei der ganzen Geschichte eigentlich die Ueberzeugung gewonnen, daß mau wahrscheinlich doch durchkommen würde, denn ein zähere- Wesen als diese *) Da« Heiligthum der Muhammedaner in Mekka. wohin jeder Motlem beim Gebete da« Angesicht «enden muß.