Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 8 (8.1841)
- Date
- 1841-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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948 Der Suvhrat. Der Euphrat wird dicht unterhalb Kjeban-Maaden von rauhen Bergen eingeschloffen, bald aber flacht sich darechte Ufer mehr ab, und nachdem der Strom in weitem Bogen den Fuß des runden Bergeumspült, auf welchem die Ruinen einer weit sichtbaren alten Kirche sich erheben, hat man rechtdie weite Ebene von Ma« latia. Erst bei Kymyrhan, wo sich die früher erwähnte Keilschrift befindet, treten hohe, wilde Gebirgsmassen von beiden Seiten zusammen und der Strom fließt von nun an in tiefen, schauerlichen Felsrnspalten fort. Mit außerordentlicher Schnelligkeit glitt unser Fahrzeug dahin, und das Strombette war kaum'zur Hälfte so breit, wie eoberhalb gewesen. Bald hörten wir ein fernes Brausen, von welchem die schroffen Felsenwände wiederhallten, und die beschleunigte Schnelligkeit, mit der wir fortschoffen, benachrichtigte uns, daß wir in die Nähe der Jelan, Degermeni (»Schlangenmühle») gekommen seien. Bor, sichtig legten wir am Ufer an, und beschauten an einer vorspringenden Klippe die Oertlichkeit, ehe wir uns in die Wirbel hineinwagten. Diese Sttomschnellen liegen stets an solchen Punkten, wo das jähe Bett eines klei, nen GießbachS in den Sttom mündet. Aus der Schlucht sind im Laufe der Zeit eine Menge größerer und kleine, rer Felsttümmer herabgestürzt; sie haben vor der Mün« düng des an sich unbedeutenden Bachs eine Landzunge angesetzt, welche die Breite des Sttoms vermindert, und oft sind noch zum Ueberfluß gewaltige Steinblöcke bis in das Bette selbst gerollt, welche bei niederm Was» serstande hervorragen, bei höher« aber von der Fluth überspült sind, der sie einen unbesiegbaren Widerstand entgegensetzen. Der reißende Fluß, verengt und aus seiner Richtung geworfen, braust gegen die Unebenhei, ten an, bildet über denselben eine hohe Wassergarbe,