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Das Morgenland · 1841-08-01 · 8 (8.1841) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
4 (1841)
Issue
8 (8.1841)
Date
1841-08-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Der Euphrat. 347 Meilen keine einzige Brücke mehr über den Euphrat. Prachtvolle Ruinen einer alten Burg, welche man hier den Dschenoves oder Genuesern zuschreibt, ragen hoch auf einem Spitzberg über die Stadt. Diese ist rings von Gärten und Baumpflanzungen eingeschloffen. Nachdem der Strom am Fuße der schönen Gebirgsgruppe des Mostar,Dagh vorübergeeilt, bildet die weite köstliche Ebene von Karput das linke Flußufer. Der Euphrat aber wendet sich ab von derselben, tritt noch einmal in das hohe Gebirg und erreicht den Südrand jener Ebene erst auf einem vierzig Meilen weiten Um« weg. Einige Klippen im Flußbette verursachen Strudel, die jedoch leicht durchschifft werden, und schnell gleitet man bis zu den Ruinen eines alte« BergschloffeS, Pertek-Kalessi, fort, welche sich auf einem hohen Felskegel am rechten Ufer erheben. Zwischen kahlen Bergen fuhren wir auf dem hier ganz schiffbaren Strome hindurch fort, und erreichten gegen Morgen die Stelle, wo der Murad (der östliche Arm des Euphrat) sich mit dem fast eben so großen Phrach vereint, der von Erzerum herunter kommt. Zwei Stunden weiter unten landeten wir in Kierwan oder Kjeban-Maaden. Das dortige Silberbrrgwerk befindet sich im elendesten Zustande. Wollte man den Werth des Brennmaterials und der Handarbeit in Anrechnung bringen, so würde man wohl zu dem Resultat kommen, daß die Bearbeitung der Minen den Ertrag um das drei- und vierfache übersteigt. Aber die Türken sagen: »das Holz zum Schmelzen kostet uns nichts, denn der Wald gehört in der ganzen Türkei Niemand oder Jedermann; es ist wahr, daß es viele Tagereisen weit herbeigebracht werden muß, aber das geschieht durch Frohndienste; das Silber hingegen, welches gewonnen wird-, ist wenig, aber es gehört uns".

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