Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 8 (8.1841)
- Date
- 1841-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Der Euphrat. und war früher von einer Brücke überspannt, waS wohl der Grund sein mag, weshalb die Römer hier in einer fast ganz unwegsamen Gegend ihre Eolonke gründeten. In der Nähe von Rumkaleh wendet sich der Euphrat mit starker Beugung gegen Süden. Er durchströmt hier eine felsige Ebene, in welcher sein Bette tief eingeschnitten und von senkrechten Sandsteinwänden eingefaßt ist, so daß nur an wenigen Stellen ein Herabsteigen zum Strome möglich wird. Erst bei Bir oder Biradschick *) tritt der Euphrat aus seinen steilen Bergwänden hervor und bleibt dann bis zu seiner Mündung in der Ebene. Von hier an ist erst an eine regelmäßige Befahrung des Stromes zu denken, und in der That in neuerer Zeit auch gedacht worden. Vor einigen Jahren wurde der Versuch gemacht, Dampfschiffe auf den Euphrat zu bringen. Mit großen Unkosten und vieler Mühe wurden zwei solche Schiffe von England aus an die syrische Küste geschafft und von dort zu Lande bis an den Euphrat transportirt. Es versteht sich, daß die Schiffe auseinandergelegt waren und erst znsammengefügt wurden, als man mit ihnen das Wasser erreicht hatte. Ungeheuer mühselig war aber dieser Transport durch Landstriche, wo es keine regelmäßigen Fahrstraßen und kein Frachtsuhrwerk gibt, sondern alle Lasten gewöhnlich nur auf dem Rücken der Kameele fortgeschafft werden. Endlich erreichte Oberst Chesney, der das Unternehmen befehligte, die Ufer deS Euphrat bei Bir oder Biradschik. »Roch stehen, — sagt Hr. v. M. im Jahr 1Ä8 — einige Ruinen von den Häusern, welche er, am rechten Ufer erbaute, und die *) Da«, am linken Ufer de« Euphrat gelegene, im Alterthum Birthä genannte, Städtchen, in dessen Nähe am 24. Juni 1839 die Schlacht von Nisib geliefert wurde.