Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 8 (8.1841)
- Date
- 1841-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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234 Limsoa. Absicht hervor, seinem Beruf untreu zu werden. Er traute der Delila; er hoffte, daß sic seine Offenheit nicht mißbrauchen werde; er wollte, auch da er bereits nicht mehr konnte und seine Kraft von ihm gewichen war, doch wieder wie vorher gegen die Feinde seinen starken und siegreichen Arm geltend machen, und sobald, unter den Leiden des Gefängnisses, ihm die Gewißheit geworden war, daß er mit der verlorenen Kraft wieder ausgerüstet sei, that er, seinem ganzen Lebenszwecke getreu, alles was ein gefangener, blinder Mann noch zu thun vermochte. Um ja dem möglichen Mißverstände vorzubeugcn, bemerken wir noch ausdrücklich, daß wir mit dem Gesagten, daS Vergehen Simsons der Delila gegenüber in keiner Weise bemänteln wollen, sondern daß unsere Behauptung blos dahin geht, es sei darin nicht ein Abfall gelegen, wie etwa bei Jndaö Jscharioth, sondern es sei ein Fall gewesen, einigcrmaaßen wie der des PctruS bei seiner Verläugnung, und eS sei daher nicht zu viel gesagt mit dem Satze: Simson sei, bei allen Fehlern, doch seinem Berufe bis ans Ende im Ganzen getreu geblieben. III. Haben wir nun in dem Vorhergehenden gezeigt, daß der heldenmüthige, nnglücklichc Simson Anspruch habe auf eine mildere Beurthcilung, einerseits weil ein großer Theil der ihn drückenden Schuld auf die feigen Zeitgenossen und seine daraus hervorgehende Verlassenheit darf gewälzt werden, anderntheils weil wir ihm das Zeugniß eines in sich consequenten und seiner Bestimmung trcngeblirbencn Charakters nicht versagen können, so bleibt uns nur noch Übrig zu sehen, ob er hinter dem ihm vorge-