Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Lland ttx Dinge im Morgenlands. heitsumstände des Sultansind besorglich. Ich sah ihn vor kurzem in der Rahe. Sein zusammengefallenes, bleiches Gesicht, seine vor der Zeit gealterten Züge, die matten Augen, der kraftlose ^Gang, bei dem er mühsam den linken Fuß nachschleppte', während er früher eine straffe, stolze, mehr militärische Haltung hatte: bestärkte mich darin, daß die Gerüchte, die in Betteff seiner um» laufen, nicht ungegründet sind. Die ihn behandelnden Aerzte sollen das Uebel für eine beginnende Rückendarre erkannt haben und einen ungünstigen Erfolg in Aussicht stellen. Auch soll sich bereits eine leichte Geschwulst an den Füßen eingestellt haben». Andere Nachrichten reden noch deutlicher davon, daß für den unglücklichen jungen Sultan auf dieser Welt nichts mehr zu hoffen sei, und daß er mit schnellen Schritten dem Grabe entgegeneile. Dieser hoffnungslose Zustand deS Jünglings, der in sich die höchste geistliche und weltliche Macht deS Osmanen,Reiches vereinigt, . trägt dieselbe Hoffnungslosigkeit über auf das ganze, tieferschütterte Reich, und hieraus erklärt sich nun Vieles, waS in neuerer Zeit vorgekommen ist. Zuerst nennen wir das Mißtrauen, welches die großen Mächte in da- Geschick und die Zukunft des türkischen Reiches nach mehrern Anzeichen setzen. Nicht nur aber die großen Mächte, sondern die höher» Beamten der Pforte selbst scheinen einen herannahenden schweren Schlag zu fürchten und sich gegen denselben in Fassung setzen zu wollen, denn nach den neuesten Berichten zieht die Regierung an verfügbaren Truppen nach Konstantinopel zusammen, was sic auftreiben kann, während sie in den Provinzen (Kurdistan, Syrien u. s. w.) die Unordnung und den Aufstand unbekämpft lassen muß. Sonst bettug, auch in den kritischsten Zeiten, die Besatzung von Konstanti-