Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Stand der Ding« im Morgenland«. )ig keine Leistungen fordert. Sie hängen am Reiche wie das welke Blatt am Baum, nämlich so lange als kein Wind« stoß kommt. Wenden wir uns nun von den Gestaden des Tigris und Euphrat westlich, dem Mittelmeere zu, so tritt uns in Syrien ein bettübender Anblick entgegen. Wenn wir letzten April geäußert haben, wir wüßten in keiner Weise zu begrei« fen, wie der in Syn'en nöthige starke Arm, ohne ein tyrannischer zu werden, ein türkischer sein könne? so hat sich leider diese Besorgniß aufs ttaurigste bestätigt. Wir glauben, die Farbe sei etwas stark aufgcttagcn, wenn ein geachteter Gelehrter in einer Correspondenz- Nachricht der Pforte den. Vorwurf macht, sie habe zur Verwaltung deS neueroberten Syn'ens »die einfältigsten, boshaftesten, indolentesten, aufgeblasensten, diebischsten und bigottesten Osmanli» abgeschickt. Aber etwas dem ähnliches muß doch geschehen sein. ES ist das Unglück der Pforte und der Fluch ihres ganzen Regierungsprin« cips, daß sie bodenlosen Mangel hat an tüchtt'gen, unterrichteten, ehrliebenden, pflichtgetteuen und menschenfreundlichen Beamten. In andern Ländern wird häufig, was an innerer Moralität abgeht, gewiffermaaßen ersetzt durch die Rücksichten der Ehre, des Standes, deS RangS, der Familie, deS Vermögens u. s. «. Das alles aber fällt weg in der Türkei, wo man von heute auf Morgen seines Geldes und seine- KopfeS nicht sicher ist, wo der größte Herr mit einem Schlage ins tiefste Elend gestürzt wird, und der Barbier, der Schuhflicker, dtt Sklave auf einen Wink seines GönnerS zu den höchsten Würden emporsteigk und vielleicht Admiral wird, obschon er noch nie ein Schifflein betteten und von der Seefahrt so viel versteht, als von der Luftschifffahrt.