Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 4 (1841)
- Issue
- 7 (7.1841)
- Date
- 1841-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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214 Slanv der Dinge im Morgenlande. math ist ihnen, von allen andern Provinzen allein, bis jetzt unverrückt treu geblieben, und eS ist schon Manchem der Gedanke gekommen, dir Türken werden über kurz oder lang, wenn es mit ihrer Macht in allen andern Ländern zur Neige geht, zuletzt nach Anatolien oder Kleinasien sich zurück« und zusammenziehen, wie etwa der alte, erschöpfte Löwe znm Sterben nach jener Höhle hinkriecht, in der ihn die Lenin, seine Mutter, geboren. Sonderbarerweise lebt aber diese Erwartung in den Türken selbst als Ahnung so entschieden, daß wohlhabende und fromme Leute nicht in Konstantinopel, sondern gegenüber auf kleinasiatischem Boden sich begraben lassen, weil sie nicht daran zweifeln, daß des türkischen Blei, benS auf europäischem Grunde nicht mehr so lange sein werde, und sie doch wünschen, daß ihre Gebeine inmitten ihres Volkes ruhen. Gehen wir aber weiter östlich und in die Gebirge hinein, wo Rußland und Persien mit der Türkei zusammenstoßeu und von wannen der Tigris und der Euphrat ausströmen, nämlich nach Kurdistan, Diarbekir und Srfa, so sind wir schon über die Gränzlinie wirklicher türkischer Machtvollkommenheit hinaus und wir berühren Provinzen, welche dem Reichsmittelpuncte den Dienst versagen, wie bei einem ersterbenden Körper Hände und Füße kalt werden, während noch das matte Herz pulsirt, aber unvermögend ist in die äußern Theile die erregende Lebenswärme zu bringen. Weiter südlich, in Assyrien und Babylonien, kehren wir an bei den Paschas von Mofful und Bagdad, vernehmen aber auch von diesen, daß sie der Pforte nur so weit gehorchen, als dieselben keinen Gehorsam, d. h.